Parksünder mit 70,30 Euro bestraft

Markt / 05.05.2022 • 19:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer das Schild übersieht oder die Parkzeit nicht beachtet, für den kann es teuer werden. wpa
Wer das Schild übersieht oder die Parkzeit nicht beachtet, für den kann es teuer werden. wpa

Bei Emspark und McDonald‘s Hohenems geht man mit neuem System gegen Fremdparker vor.

Hohenems Firmen wehren sich gegen abgestellte Fahrzeuge, deren Besitzer keine Kunden sind. In Hohenems gibt es beim Emspark seit rund einem halben Jahr ein vollautomatisiertes Parkzeitüberwachungssystem mit Kennzeichen-erfassung. Seit etwa zwei Wochen ist das gleiche System beim benachbarten McDonald‘s-Restaurant in Betrieb. Hinter dem Parkzeitüberwachungssystem steht die ParkDepot GmbH mit Sitz in Salzburg beziehungsweise München, die von den Betreibern des Emsparks und des McDonald‘s-Restaurants engagiert wurde.

Kennzeichenerfassung

Das System von ParkDepot erfasst am Parkplatz über Kameras vollautomatisch das Kennzeichen von ein- und ausfahrenden Fahrzeugen und vergleicht die dazwischen verstrichene Zeit. Überschreitet die Verweildauer die gestattete Zeit, so erhält der Fahrzeughalter von ParkDepot eine Vertragsstrafe von 55 Euro zuzüglich 15,30 Euro für die Halterabfrage.

Elmar Girardi (Zima), Sprecher der Betreiber des Emsparks, erklärt auf Anfrage, dass man gegen den Missbrauch der Parkplatzflächen durch Fremd- und Dauerparker vorgehen musste. Mitunter seien die Parkplätze sogar von Reisebüros als Treffpunkte für ihre Kunden genannt worden. „Viele haben ihre Fahrzeuge auch über das Wochenende einfach stehengelassen.“

Nach der ersten Aktivierung des ParkDepot-Überwachungssystems habe man noch mehrere Hundert Vertragsstrafen aus Kulanzgründen storniert, denn es dauere eine Zeit, bis Kunden das System wirklich zur Kenntnis genommen hätten. „Mittlerweile haben wir das aber etwas angezogen, denn es wird überall auf dem Areal auf die gestattete Parkdauer von drei Stunden hingewiesen“, so Girardi. Im Fall der Fälle könne man nach Rücksprache diese Zeit auch überschreiten.

Die Parkzeitüberwachung wurde dabei zur Gänze an ParkDepot übertragen. Das Unternehmen trage alle notwendigen Investitionen auf den Parkplätzen selbst. Die Emspark-Betreiber hätten damit nichts zu tun, außer es gehe um etwaige Kulanzlösungen, und würden auch keine Provisionen aus den Strafen erhalten.

140 Euro Strafe für zwei Familien

Von der Genauigkeit des Systems können auch schon mehrere Kunden des McDonald‘s-Restaurants ein Lied singen. So liegt ein Fall vor, in dem der Restaurantbesuch von zwei Familien drei Stunden und damit etwa doppelt so lange wie gestattet dauerte. Die Folge: Je 70,30 Euro Strafe pro Fahrzeug.

Restaurantbetreiber Loek Versluis kennt die Beschwerden über die Strafen. „Die Kunden werden mit sehr vielen Schildern und Hinweisen über die jetzt beschränkte Parkzeit informiert. Derzeit ist es eine Stunde plus 30 Minuten Kulanzzeit.“ Sollten Kunden feststellen, dass die Zeit nicht reiche, so könne man im Restaurant eine Verlängerung auf drei Stunden anmelden.

Versluis bittet um Verständnis. „Es gab zuvor Zeiten, da stammte ein Drittel der Fahrzeuge auf dem Parkplatz nicht von Gästen. Wir verdienen an diesen Strafen nichts. ParkDepot muss das alles selbst abwickeln und auch die Kosten tragen.“ VN-pem, wpa

Parksünder mit 70,30 Euro bestraft
Also 70,30 Euro finde ich blöd. Vor allem wenn es sich um einen Parkplatz von McDonald's handelt. Er sollte eigentlich kostenfrei sein, denn eineinhalb Stunden vergehen schnell. Jessica Sturm (mit Tochter Emiliy), 41 Jahre, aus Altach

Also 70,30 Euro finde ich blöd. Vor allem wenn es sich um einen Parkplatz von McDonald’s handelt. Er sollte eigentlich kostenfrei sein, denn eineinhalb Stunden vergehen schnell. Jessica Sturm (mit Tochter Emiliy), 41 Jahre, aus Altach

Ich finde das neue System ist übertrieben. Es muss nicht sein. Es sind nur eineinhalb Stunden. Wenn du da parkst und einkaufen gehst, hast du schnell die eineinhalb Stunden und dann musst du gleich so viel zahlen. Magdalena Wohlmuth, 17 Jahre, aus Höchst

Ich finde das neue System ist übertrieben. Es muss nicht sein. Es sind nur eineinhalb Stunden. Wenn du da parkst und einkaufen gehst, hast du schnell die eineinhalb Stunden und dann musst du gleich so viel zahlen. Magdalena Wohlmuth, 17 Jahre, aus Höchst