615.340 Euro für ein Einfamilienhaus

Markt / 11.05.2022 • 19:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hohe Nachfrage und fehlendes Angebot treiben Preise nach oben.

Schwarzach Die Zeiten, in denen Jahr für Jahr neue Rekorde bei den Verkäufen von Einfamilienhäusern erzielt wurden, sind vorbei. Zumindest was die Mengen betrifft.

In Österreich wechselten im vergangenen Jahr 10.722 Häuser den Besitzer. Das ist um genau ein Objekt weniger als im Jahr zuvor. Bei den Preisen herrschte allerdings kein Stillstand. Der Gesamttransaktionswert der gehandelten Einfamilienhäuser stieg 2021 von 3,48 Mrd. Euro (2020) um 18,2 Prozent auf 4,11 Mrd. Euro. So die Zahlen aus dem aktuellen Remax Immobilienspiegel, der sich auf die Grundbuchdaten beruft.

Sehr hohe Nachfrage

Das zeigt deutlich, dass es nicht an der fehlenden Nachfrage liegt, sondern am fehlenden Angebot. „Im letzten Jahr sind die Preise für Einfamilienhäuser aufgrund des deutlich rückläufigen Angebots und der außerordentlich guten Nachfrage überdurchschnittlich gestiegen. Der vermehrte – sicherlich auch pandemiegetriebene – Wunsch nach einem Haus mit eigenem Grün war zuletzt besonders stark ausgeprägt“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Zudem seien die tendenziell bessere Qualität der auf den Markt kommenden Einfamilienhäuser und die steigenden Grundstückspreise auch mitverantwortlich für die spürbaren Preissteigerungen der letzten Jahre.

Für ein Einfamilienhaus in Österreich bezahlten Käufer 2021 typischerweise 314.352 Euro, um 37.081 Euro mehr als 2020. In Vorarlberg kann man von solchen Preisen allerdings nur träumen. Denn hier lag der typische Preis im vergangenen Jahr bei 615.340 Euro. Das sind um über 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor beziehungsweise um sogar 142,4 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Insgesamt wechselten 377 Einfamilienhäuser den Besitzer, um 3,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dafür wurden 248,6 Millionen Euro bezahlt (+22,1%). Bei den Bezirken führt Bregenz, was den Preis betrifft, und Feldkirch, was die Mengen betrifft. Aber alle vier Bezirke überschritten mit ihren typischen Einfamilienhauspreisen 2021 die jeweils nächste Hunderttausend-Euro-Marke. Bregenz ist mit 722.326 Euro am teuersten.

Top-25-Prozent-Preise

Jeder vierte zahlte im Bezirk Bregenz aber mindestens 850.000 Euro (+19,5 %). Mindestens 612.000 Euro bezahlte jeder vierte Käufer 2021 für eine Einfamilienhaus im Bezirk Bludenz, (+15,5 %). Mindestens 700.000 Euro in Feldkirch (+16,7 %), mindestens 810.100 Euro in Dornbirn (+11,7 %).

„Die Preise für Einfamilienhäuser sind aufgrund des rückläufigen Angebots und der guten Nachfrage überdurchschnittlich gestiegen.“

Einfamilienhauspreise

Vorarlberg

377 verkaufte Häuser (+3,9%); Gesamtwert 249 Millionen Euro (+22,1%); typischer Preis 615.340 Euro (+16,9%)

Bezirk Bludenz

65 Häuser (-9,7%); Gesamtwert 35 Millionen Euro (+15%); typischer Preis 505.638 Euro (+21,1%)

Bezirk Bregenz

102 Häuser (+13,3%); Gesamtwert 79 Millionen Euro (+33,9%); typischer Preis 722.326 Euro (+20,6%)

Bezirk Dornbirn

92 Häuser (-10,7%); Gesamtwert 62 Millionen Euro (-4,2%); typischer Preis 646.770 Euro (+9,6%)

Bezirk Feldkirch

118 Häuser (+20,4%); Gesamtwert 72 Millionen Euro (+47%); typischer Preis 575.568 Euro (+16,8%)