Kreditzinsen für Private im ersten Halbjahr spürbar gestiegen

Markt / 25.08.2022 • 22:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wohnkredite trieben im ersten Halbjahr die Zinsentwiclung deutlich an. FA
Wohnkredite trieben im ersten Halbjahr die Zinsentwiclung deutlich an. FA

Wien Im ersten Halbjahr 2022 – also noch bevor die EZB den Leitzins nach oben geschraubt hat – sind die Kreditzinsen im Privatkunden-Neugeschäft nach einer längeren Phase rückläufiger Zinsen wieder gestiegen. Im Juni erreichten sie mit durchschnittlich 2,12 Prozent den vorläufig höchsten Wert seit Mai 2019, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Analyse. Im Dezember des Vorjahres lag der Zinssatz noch bei 1,63 Prozent.

Angetrieben wurde die Entwicklung vor allem von den Wohnkrediten, die mit 70 Prozent den größten Anteil am Neugeschäftsvolumen bei Krediten an Private ausmachen. Grund für die große Nachfrage in dem Segment könnte neben den steigenden Immobilienpreisen auch ein Vorgriffeffekt aufgrund der seit August in Kraft getretenen strengeren Vergabe-Richtlinien gewesen sein, schreibt die Notenbank. Im ersten Halbjahr wurden um zwei Prozent mehr neue Wohnbaukredite im Volumen von rund 15,2 Mrd. Euro vergeben. Der durchschnittliche Zinssatz stieg auf 1,64 Prozent. Stark nachgefragt waren vor allem Wohnbaukredite mit längerfristig gebundenen Zinsen.