EZB-Währungshüter für höhere Zinsen

Markt / 11.09.2022 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Noch liegt keine Stellungnahme der Europäischen Zentralbank vor.

Frankfurt Die Währungshüter der EZB sind Insidern zufolge im Kampf gegen die anhaltende Rekordinflation womöglich gezwungen, trotz einer drohenden Rezession den aktuell entscheidenden Schlüsselzins weiterhin kräftig anzuheben. Viele Euro-Wächter hielten es für zunehmend wahrscheinlich, dass der Einlagenzins in „restriktives Gebiet“ auf zwei Prozent oder höher gesetzt werden müsse, sagten fünf mit der Situation vertraute Personen. Dies werde wohl dann der Fall sein, wenn die im Dezember erwartete erste Inflationsprognose der EZB-Volkswirte für 2025 noch bei über zwei Prozent liegen sollte. Ökonomen verstehen unter dem restriktiven Niveau eine Zinshöhe, bei der die Konjunkturentwicklung gebremst wird. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Notenbank-Gouverneure der Niederlande und Belgiens waren die ersten Währungshüter, die offen darüber sprachen, mit den Zinsen womöglich in ein restriktives Territorium gehen zu müssen. Andere EZB-Ratsmitglieder waren noch der Ansicht, dass lediglich ein Niveau zwischen einem und zwei Prozent erreicht werden müsse.