Seilbahnen im Sparmodus: Die Sitzheizung bleibt aus

Markt / 04.10.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Energie sparen ist das große Thema des Winters, auch bei den Seilbahnen. <span class="copyright">vn</span>
Energie sparen ist das große Thema des Winters, auch bei den Seilbahnen. vn

Tourismus will elf Prozent weniger Strom verbrauchen. Preise steigen.

Bregenz Energie sparen ist das Gebot der Stunde. Privatpersonen, Gemeinden und Unternehmen analysieren derzeit ihr Einsparpotenzial. Im Tourismus haben sich nun Hotellerie, Gastronomie und Seilbahnen darauf verständigt, das Ziel der Regierung, elf Prozent Strom zu sparen, zu unterstützen.

Auch wenn die Branchensprecher Markus Kegele (Tourismus), Heike Ladurner-Strolz (Hoteliervereinigung), Andreas Gapp (Seilbahnen) und Mike Pansi (Gastronomie) darauf hinweisen, dass man bereits in der Vergangenheit viel im Bereich Energiesparen geleistet habe. Deshalb will man auch nichts von Verboten wissen, sondern pocht auf individuelle Maßnahmen.

Markus Kegele betreibt das Hotel Mondschein in Schruns. <span class="copyright">vn</span>
Markus Kegele betreibt das Hotel Mondschein in Schruns. vn

Wieso man gegen Vorschriften ist? „In einem Hotel geht es um die Bedürfnisse des Gastes. Das ist sehr individuell. Deshalb muss man das Know-how auch bei uns lassen“, so Heike Ladurner-Strolz (Hotel Zimba, Schruns).

Die möglichen Maßnahmen reichen vom Senken der Raumtemperatur und Spararmaturen im Bad bis hin zu LED-Leuchten oder dem Ausschalten der Minibar. Dabei steht eines im Vordergrund: Der Gast soll trotz Spargedanken keinen Verlust an Komfort erleben. „Der Gast soll ja nicht erkältet aus seinem Urlaub zurückkehren, weil sein Zimmer kalt ist“, betont Markus Kegele (Hotel Mondschein, Stuben).

Teurere Nächte

Insgesamt werden die Übernachtungspreise aber anziehen. Denn die Mehrkosten für Lebensmittel, Löhne, Renovierungen und Energie würden nichts anderes zulassen. Wie hoch diese Preissteigerung sein wird? „Das lässt sich nicht generell sagen. Das muss jedes Hotel individuell entscheiden“, so Kegele. Bei einer Strompreissteigerung von bis zu 300 Prozent sei die Einsparung von elf Prozent nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Wir machen das vielmehr aus Überzeugung. Nichtdestotrotz können wir nicht die gesamte Kostensteigerung an den Gast weitergeben. Es wird nur ein Teil ein“, sagt Ladurner-Strolz.

Heike Ladurner-Strolz ist  ÖHV-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Vorarlberg. Sie betreibt das Hotel Zimba in Schruns. <span class="copyright">OEHV</span>
Heike Ladurner-Strolz ist ÖHV-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Vorarlberg. Sie betreibt das Hotel Zimba in Schruns. OEHV

Nicht in die Garage

Bei den Seilbahnen gibt es ebenfalls Einsparpotenzial. Und auch hier soll es der Gast kaum bis gar nicht spüren. „Ein Hebel ist die Fahrgeschwindigkeit. Wenn man von sechs auf fünf Meter pro Sekunde geht, spart das 15 Prozent Strom. Das geht natürlich an Hochbetriebstagen nicht, aber an vielen anderen Tagen schon“, sagt Andreas Gapp (Kleinwalsertaler Bergbahnen). Genauso kann man an den Betriebszeiten sparen. „Wenn man den täglichen Betrieb zum Beispiel eine Viertelstunde später startet, spart das drei Prozent. Außerdem werden wir auf die Sitzheizung verzichten, auch wenn diese nicht viel Strom braucht. Geprüft wird außerdem, bei entsprechender Witterung auf die Garagierung der Gondeln zu verzichten. Das spart elf Prozent.“

Andreas Gapp, Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahnen. <span class="copyright">OKB</span>
Andreas Gapp, Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahnen. OKB

Das eindeutig größte Potenzial liege laut Gapp in der technischen Beschneiung. „Sie ist für ein Viertel unseres Gesamtstrombedarfs verantwortlich. Wir beschneien in der Wintersaison deshalb mit dem günstigeren Nachtstrom nur in der Nacht. Eventuell werden wir auch einzelne Verbindungsstrecken gar nicht beschneien.“

Kein weiterer Preissprung

Auch bei den Seilbahnen werde man nur einen Teil der Kosten weitergeben. Die Preissteigerungen bei den Tickets werden sich dennoch zwischen acht und zehn Prozent bewegen. Einen weiteren Preissprung während der Saison hält Gapp aber für ausgeschlossen.

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