2023 wird schwierig, aber zu schaffen, doch was kommt dann?

Markt / 21.10.2022 • 18:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
2023 wird schwierig, aber zu schaffen, doch was kommt dann?

Wien Verglichen mit 2022 und im Vergleich mit einem „normalen“ Jahr wird 2023 nicht erfreulich und wir werden die Rezession spüren, aber es bedeutet – zumindest vorläufig – keine Gefahr für unseren Wohlstand, auch wenn ein größerer Teil unseres Einkommens – auch hier zumindest vorläufig – an die Energielieferanten der Welt geht. Die Nettoimporte an Energie werden uns heuer zwischen 3,5 und 4,5 Prozent unseres Einkommens – sprich BIP – kosten, statt lediglich 2 Prozent in den Jahren vor 2020. Doch dies ist machbar, speziell wenn der Staat dafür sorgt, dass nicht einzelne Gruppen zu stark davon betroffen sind, was er derzeit auch tut.

Damit diese Situation allerdings nicht in einem dauerhaften Wohlstandsverlust endet, muss die Politik Maßnahmen setzen. Beginnend bei einer besserer Zusammenarbeit zur Bekämpfung der kurzfristigen Energieknappheit in Europa bis hin zu einer klaren Energiepolitik mit dem Ziel, unabhängig von einzelnen Energielieferanten zu werden. Die derzeitige Krise sollte ein Weckruf für eine aktive Industriepolitik zur Stärkung des Standorts Europa sein, der heute mehr denn je seine Interessen formulieren und umsetzen muss. Die Welt zieht nicht mehr an einem Strang. Die wahre Herausforderung zum Erhalt unseres Wohlstands wird also nicht kurzfristig zu meistern sein, sondern es gilt nun, die Weichen nachhaltig für die nächsten Jahre zu stellen.

 

stefan.bruckbauer@unicreditgroup.at, Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria Unicredit, Economics & Market Analyses

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