Globalisierung – Quo vadis?

Markt / 28.10.2022 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim Wirtschaftsforum im Festspielhaus Bregenz stehen jedes Jahr hochkarätige Speakerinnen und Speaker auf der Bühne. vn/Steurer
Beim Wirtschaftsforum im Festspielhaus Bregenz stehen jedes Jahr hochkarätige Speakerinnen und Speaker auf der Bühne. vn/Steurer

Wolfgang Eder, Aufsichtsratschef von voestalpine und Infineon, über Chancen und Risiken weltweiter Verflechtung.

Bregenz Einer der prominenten Speaker beim Vorarlberger Wirtschaftsforum, das heuer unter dem Motto „Die Welt im Umbruch – Vorarlbergs Chancen im Wandel der Zeit“ steht – ist Wolfgang Eder (70). Er war bis 2019 Vorstandschef der voestalpine und ist seit heuer Aufsichtsratsvorsitzender des Stahlkonzerns.

Eder kam 1978 als Jungjurist zur voestalpine, begleitete das Unternehmen also über Jahrzehnte. 1995 wurde er – nach dem Börsengang der ehemals komplett verstaatlichten Voest – in den Vorstand berufen, ab 1. April 2004 war er Vorstandschef. „Mich drückt nicht der große Abschiedsschmerz“, meinte der Konzernchef, als er sich als CEO aus dem operativen Geschäft zurückzog. „Natürlich hilft da auch der Wechsel in den Aufsichtsrat – somit ist nicht jede Nabelschnur durchtrennt, das macht‘s sicher einfacher“.

Wachstumskurs

Unter der Führung Eders ist die voestalpine kräftig gewachsen. Der Stahlkonzern steht sehr gut da. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde mit 1,3 Milliarden Euro der höchste Gewinn der Unternehmensgeschichte erzielt. Der Konzernumsatz hat sich von 4,6 Mrd. Euro (im Geschäftsjahr 2003/04) auf zuletzt 14,9 Milliarden Euro fast verdreifacht. Seit dem Börsengang vergrößerte sich auch der Personalstand wieder deutlich – von 15.000 auf knapp 52.000 Mitarbeiter. Darauf ist Eder seinen eigenen Angaben zufolge „stolz“.

Mitte der Achtzigerjahre, als die Voest als Staatsbetrieb herbe Verluste schrieb und pleite war, hatte das Unternehmen noch etwa 85.000 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste. Zurück in Richtung Gewinnzone war zunächst massiv Personal abgebaut worden.

Energieziele

Auch in Sachen Energiewende ist der Konzern aktiv. So wurde heuer beschlossen, einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ in die Hand zu nehmen, um den Bau neuer, deutlich CO2-ärmerer Hochöfen vorzubereiten. Ziel ist die Nutzung von Grünstrom, also Strom aus erneuerbaren Quellen. Langfristig visiert die voestalpine eine klimaneutrale Stahlproduktion auf Basis von Wasserstoff an, die Technologie dafür muss aber erst entwickelt werden.

Auch bei Infineon

Untätig blieb Wolfgang Eder auch sonst nicht. Seit Februar 2018 ist er im Aufsichtsrat des Halbleiterherstellers Infineon Technologies mit Sitz in München. 2019 übernahm er dort den Vorsitz. Auch dort laufen die Geschäfte gut. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Gewinn auf 1,17 Milliarden Euro mehr als verdreifacht.

Beim Wirtschaftsforum, das am 10. November im Festspielhaus Bregenz stattfindet, spricht Eder über die Globalisierung. Dabei geht er den positiven und negativen Aspekten der weltweiten Verflechtungen nach sowie der Frage, ob Globalisierung auch in Zeiten geopolitischer Polarisierung funktioniert.

39. Vorarlberger Wirtschaftsforum

„Die Welt im Umbruch – Vorarlbergs Chancen im Wandel der Zeit“

Wann Donnerstag, 10. 11. 2022

Preis 365 Euro netto

Firmenbonus Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab fünf Personen 310 Euro netto pro Person. Es kann nur ein Rabatt pro Firma in Anspruch genommen werden.

Anmeldung wirtschaftsforum.vn.at

Information Russmedia, Tel. +43(5572) 501-417, corinna.Baumann@russmedia.com

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