“Das Risiko ist, nicht in Aktien investiert zu sein“

Markt / 01.11.2022 • 18:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schoellerbank-Experten: Peter Scherbaum (Wealth Management), Landesdirektor Johannes Böhler und Christian Fegg (Schoellerbank Invest). vn/Steurer
Schoellerbank-Experten: Peter Scherbaum (Wealth Management), Landesdirektor Johannes Böhler und Christian Fegg (Schoellerbank Invest). vn/Steurer

Diese Titel sind für Schoellerbank-Experten derzeit interessant.

Schwarzach Krisen bestimmen derzeit die Lage. Neben dem Krieg bereiten vor allem die Inflation und die Energiesituation Sorgen. Zudem drehen die Notenbanken derzeit an der Zinsschraube.

Die EZB sei gefangen zwischen Zinserhöhungen und gleichzeitig hoher Verschuldung der Staaten, sagt Christian Fegg, Vorstandsdirektor der Schoellerbank Invest. Eine Prognose, wie es weitergeht, sei schwierig, aber die Notenbank dürfte mit ihren Zinsschritten deshalb wohl nicht allzu weit gehen. Auch hätten die Menschen weniger Geld für den Konsum, je mehr sie für Zinsen aufwenden müssen.

Immomarkt teuer

Hinsichtlich Geldanlage rät der Experte aktuell von langfristigen Lebensversicherungen oder Sparbüchern ab. Auch der Immobilienmarkt sei derzeit nicht so interessant. Er sei zu teuer und außerdem sei künftig durchaus eine Besteuerung möglich.

Bei Aktien raten die Schoellerbank-Experten derzeit weniger zu Wachstumsaktien als zu Dividendenaktien beziehungsweise einem gemischten Dividendenfonds. „Generell interessant sind Unternehmen, die es in 20 Jahren noch gibt“, sagt Fegg.

Welche das sind? „Basiskonsumgüter-Unternehmen, die groß genug sind, um Krisen zu überstehen.“ Auch weil sie Produkte für den täglichen Gebrauch herstellen, die in der Regel auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten gekauft werden.

Aktien statt Gold

Und was ist mit Gold? Aktien würden im langfristigen Vergleich wesentlich besser abschneiden als das Edelmetall. Das zeige ein Beispiel. Wer im Jahr 1926 100 US-Dollar investierte, hätte heute auf dem Sparbuch 2500 US-Dollar, 8000 US-Dollar bei Gold und bei Aktien ein Vermögen von einer Million US-Dollar. „Und das trotz Weltkrieg und großen Krisen. Das Risiko ist also vielmehr, nicht in Aktien investiert zu sein“, betont Fegg.

Wie es bei den Energiepreisen weitergeht? Diese werden laut Fegg wohl erst 2025 fallen, weil bis dahin das Angebot Erneuerbarer Energien steige und neue Frackingfelder entstehen. Zudem führe das Energiesparen zu einer sinkenden Nachfrage. Auch die größten Verbraucher würden derzeit an Alternativen arbeiten. So wollen BASF und MAN in Ludwigshafen eine der weltgrößten Wärmepumpen bauen.

„Grüne“ Nachfrage

Die Nachfrage nach „grünen“, also nachhaltigen Geldanlagen, sei bei der Schoellerbank aktuell hoch. Für Fegg der weitaus größere Hebel als der Finanzmarkt ist aber die staatliche Seite. Denn bei all den Herausforderungen rund um den Klimawandel würden keine einfachen Rezepte mehr ausreichen. Wind- und Sonnenenergie müsse weltweit massiv ausgebaut werden. „Es braucht gigantische Investments der Staaten.“ VN-reh

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