Das gilt es am Black Friday zu beachten

Markt / 22.11.2022 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Black Friday hat seinen Ursprung in den USA. Dort ist die Bedeutung dieses Tages noch deutlich ausgeprägter. <span class="copyright">AFP</span>
Der Black Friday hat seinen Ursprung in den USA. Dort ist die Bedeutung dieses Tages noch deutlich ausgeprägter. AFP

Black Week, Black Friday, Cyber Monday: Startschuss für das Geschäft mit den Sonderangeboten.

Schwarzach Alljährlich Ende November, immer am Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving, lockt der Handel Schnäppchenjäger mit Rabattaktionen. Bereits in der Woche vor Black Friday (25. November) und Cyber Monday (28. November) – der “Black Week” – finden sich vor allem auf Onlineshoppingplattformen viele Sonderangebote.

450 Millionen Euro

Ursprünglich aus den USA stammend, hat sich der Black Friday auch hierzulande immer mehr eingebürgert. In Österreich werden die Menschen an diesen Aktionstagen heuer rund 450 Millionen Euro ausgeben. Im Schnitt sind das 297 Euro pro Person. Das haben der Handelsverband und Mindtake Research errechnet.

“Preisaktionen sind aufgrund der hohen Inflation gefragt wie schon lange nicht mehr”, so die Handelsexperten Ernst Gittenberger und Christoph Teller von der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz in ihrem aktuellen Bericht zum Black Friday. Dabei sei aber auch Vorsicht geboten. Kauflust sollte besonders in Krisensituationen kritisch hinterfragt werden. Auch Konsumentenschützer warnen vor Fallen und vermeintlichen Schnäppchen.

Für Logistikzentren bedeutet die Rabattwoche einen deutlichen Mehraufwand. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Für Logistikzentren bedeutet die Rabattwoche einen deutlichen Mehraufwand. VN/Paulitsch

Am beliebtesten an Black Friday oder Cyber Monday sind übrigens Elektrogeräte, Bekleidung und Haushaltsgeräte, gefolgt von Parfum, Schuhe, Spielzeug und Sportartikel, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. „77 Prozent der Black-Friday- und Cyber-Monday-Kundschaft nutzen die Angebote, um bereits erste Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Die Herausforderung liegt gerade für kleinere Webshops darin, in der Aktionsflut nicht unterzugehen.”

Wichtiges Ereignis

Andreas Gähwiler betreibt einen Onlineshop. Für den Geschäftsführer und Designer der Vorarlberger Männermoden-Marke Nuffinz sind die Schnäppchentage durchaus von Bedeutung. „Die Black Week ist aus Verkaufssicht ein sehr wichtiges Ereignis, da sehr viele Kunden auf die Angebote warten und gezielt in dieser Zeit einkaufen und damit sparen wollen.“

Nuffinz ist bekannt für seine gestreiften Shorts, wobei das Sortiment insgesamt deutlich umfangreicher ist. <span class="copyright">nuffinz</span>
Nuffinz ist bekannt für seine gestreiften Shorts, wobei das Sortiment insgesamt deutlich umfangreicher ist. nuffinz

Gleichzeitig sehe er es als seine Pflicht an, im Sinne der Nachhaltigkeit den verantwortungsvollen und sinnvollen Einkauf zu fördern. „Ein Spagat, der nicht immer einfach zu meistern ist“, so der Unternehmer, der in der Schnäppchenzeit auch an andere denkt. „Wir spenden dieses Jahr pro Einkauf einen Euro an “Track to Smile”, eine Initiative, die wir schon länger unterstützen und wissen, dass das Geld am Ende dem SOS Kinderdorf zugute kommt.”

Andreas Gähwiler, Geschäftsführer und Designer der Vorarlberger Männermoden-Marke Nuffinz. <span class="copyright">Nuffinz</span>
Andreas Gähwiler, Geschäftsführer und Designer der Vorarlberger Männermoden-Marke Nuffinz. Nuffinz

Tipps für die Online-Schnäppchenjagd

Karl Gladt, Leiter der Internet-Ombudsstelle, macht anlässlich des Black Friday auf Fallstricke beim Onlineshopping aufmerksam: „Der Schnäppchen-Enthusiasmus führt oft dazu, dass Konsumenten Angebote nicht hinterfragen oder Onlineshops nicht genauer unter die Lupe nehmen. Das wissen auch Betrüger.“ Seine Tipps:

Karl Gladt leitet die Internet-Ombudsstelle. <span class="copyright">Internet Ombudsstelle</span>
Karl Gladt leitet die Internet-Ombudsstelle. Internet Ombudsstelle

Lockangebote Manches würde nur auf den ersten Blick nach einem guten Angebot aussehen.  Tipp: Preise vergleichen!

Fake-Shops Betrügerische Onlineshops würden immer häufiger. Tipp: Auf vertrauenswürdige Zahlungsmethoden achten – Vorsicht bei Vorkasse.

Impulskäufe Im Kaufrausch passiere es, dass man sich finanziell übernimmt. Tipp: Zuvor eine Liste der Produkte anlegen, die man gerne hätte.

Falsche Ermäßigungen Manche Anbieter setzen auf Rabatte, bei denen zuvor der Preis erhöht wurde. Tipp: Bei Ermäßigungen darf nur der eigene niedrigste Preis der letzten 30 Tage und nicht die unverbindliche Herstellerpreisempfehlung als Vergleich herangezogen werden.

Hoher Kaufdruck „Nur noch drei Artikel vorrätig“ – so heißt es oft. Tipp: Das sollte man nicht zwangsläufig glauben.

Lange Lieferzeiten Tipp: Die angegebene Lieferzeit beachten! Innerhalb dieser Frist muss der Anbieter die Ware liefern.

Nachträgliche Stornos Tipp: Wenn eine Bestellung angenommen wurde, darf der Händler die Bestellung nicht einfach stornieren, sondern muss diese zum vereinbarten Preis auch liefern. 

Bereute Bestellung Tipp: Die gute Nachricht heißt „Widerrufsrecht“. Im Online-Handel darf ein Kaufvertrag bis 14 Tage nach der Lieferung widerrufen werden. Das gilt auch für vergünstigte Waren.

Späte Entscheidung Manchmal wollen Käufer ein Produkt erst später zurückgeben oder es soll z. B. ein Geschenk retourniert werden. Tipp: Manche Online-Händler gewähren ein längeres Rückgaberecht von bis zu 60 Tagen oder mehr.

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