Rekrutierung nun überregionaler

Markt / 28.11.2022 • 20:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Marco Tittler, Wilfried Hopfner, René Tritscher, Jamine Ponudic und Jimmy Heinzl. wisto
Marco Tittler, Wilfried Hopfner, René Tritscher, Jamine Ponudic und Jimmy Heinzl. wisto

Fachkräftebedarf steigt, Initiative Chancenland baut Leistungsspektrum aus.

Götzis Allein beim AMS Vorarlberg gibt es derzeit 5223 Stellen, die nicht besetzt sind. „Die Dunkelziffer, wie viele Fachkräfte tatsächlich fehlen, ist zwei- bis dreimal höher“, sagt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. Denn die demografische Entwicklung schreitet unaufhörlich voran. „Der Fachkräftemangel ist nichts Neues, aber in letzter Zeit ist die Nachfrage nach IT-Spezialisten weiter angestiegen. Gleichzeitig steigt das Angebot an Mitarbeitern nicht. Die Schere geht weiter auseinander“, berichtet Jamine Ponudic, Personalverantwortliche bei der Götzner Softwareagentur Fusonic. Zudem steige die Konkurrenz unter den Arbeitgebern. „Wir haben deshalb beschlossen, nicht mehr nur regional Mitarbeiter zu suchen. Wir haben unsere Kommunikation auf Englisch umgestellt und einen Mitarbeiter aus Pakistan rekrutiert.“

Mehr Leistungen

Fusonic ist auch eines von 60 Vorarlberger Unternehmen, die an den Aktivitäten von Chancenland Vorarlberg teilnehmen und bei Karrieremessen oder Netzwerktreffen dabei sind. Vor zwölf Jahren ins Leben gerufen, baut die Fachkräfteinitiative ihr Angebot nun verstärkt aus, um Unternehmen bei der Rekrutierung zu unterstützen.

Konkret geht es dabei um die Rückgewinnung überregional Studierender für den regionalen Arbeitsmarkt, um die verstärkte Kommunikation des Lebens- und Karrierestandortes Vorarlberg, um einen Info-Point für Zuwanderungsthemen und um die Re­krutierung in überregionalen und internationalen Märkten. Dabei wird verstärkt mit der Wirtschaftskammer und der Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) zusammengearbeitet. „Seit Oktober gibt es beträchtliche Erleichterungen bei Beantragung der Rot-Weiß-Rot-Karte. Beispielsweise bei der Familienmitnahme oder der Anerkennung von Abschlüssen“, sagt ABA-Geschäftsführer René Tritscher.

Die Initiative Chancenland Vorarlberg will die Services der ABA auch nutzen, um Präsenz in internationalen Märkten zu zeigen. „Wir haben vor Jahren in Spanien auf Jobmessen Fachkräfte rekrutiert, aber das war auch ernüchternd“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Wilfried Hopfner. Denn es sei genauso wichtig, dass sich die Mitarbeiter hier wohlfühlen und bleiben.

Wohlfühlfaktor

Der Mitarbeiter müsse auch nach Vorarlberg passen, sagt Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wisto, bei der Chancenland angesiedelt ist. „Wer im Zentrum von Madrid lebt und gerne mit der U-Bahn zur Arbeit fährt, wird sich bei uns nicht wohlfühlen. Da muss man genau hinsehen.“ Die rein europäische Fachkräftesuche werde aber immer schwieriger. Denn viele Staaten hätten dasselbe demografische Problem. „Wir werden nun auch nach Übersee blicken müssen“, sagt Tritscher. „Lateinamerika und Asien rücken hier in den Fokus.“ VN-reh

Bei den InnoDays vernetzen sich digitale Talente mit Unternehmen. wisto
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Chancenland-Netzwerktreffen in Bregenz für Studierende und Unternehmen. M.rhomberg
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