Bertsch-Bilanzen eingelangt

Markt / 24.01.2023 • 18:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bertsch-Masseverwalter Wilhelm Klagian prüft.vn
Bertsch-Masseverwalter Wilhelm Klagian prüft.vn

2019 und 2020 Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Masseverwalter prüft Causa.

Bludenz Die Jahresabschlüsse des in die Insolvenz geschlitterten Kraftwerksanlagenbauers Bertsch Energy GmbH & Co KG für 2019 und 2020 haben doch noch den Weg zum Firmenbuch gefunden. Damit zeigt sich im Detail die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zwischen 2019 und 2020.

Allerdings habe diese umfassende Verschlechterung, so berichtet die Wirtschaftspresseagentur, vor allem mit der Art und Weise der Bilanzlegung und der Art der Verbuchung von Aufträgen und damit auch mit dem Wechsel des Wirtschaftsprüfers zu tun.

Die neuen Prüfer hätten die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber ihren Vorgängern zum Teil auf den Kopf gestellt. Sie beziehen sich dabei auf die geltende Rechtslage gemäß Unternehmensgesetzbuch UGB. Im so erstellten Jahresabschluss 2020 steht zu lesen: “Bis 2019 wurden geplante Ergebnisse aus dem Projektgeschäft bereits während der Projektphase realisiert. Das UGB sieht jedoch vor, dass /…./ nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne auszuweisen sind. Im Projektgeschäft bedeutet dies im Normalfall, dass Umsatzerlöse erst nach vollständiger Vertragserfüllung und Abnahme durch den Kunden (Risikoübergang) realisiert werden dürfen…”

Nach Ansicht von Bilanzexperten gebe es gerade bei jahrelang laufenden Großprojekten unter Experten immer wieder unterschiedliche Ansichten. Im Fall von Bertsch Energy komme die Frage hinzu, ob ein früheres Wissen über die tatsächliche finanzielle Situation einen Unterschied für die weitere Entwicklung mit sich gebracht hätte. Mit dieser Frage müsse sich jetzt der Masseverwalter beschäftigen. Wilhelm Klagian erklärt auf Anfrage, dass nun die Aufarbeitung dieser Fragen beginne. “Wir werden uns im Laufe des Jahres mit der massiven Verschlechterung der Bilanzzahlen beschäftigen und prüfen dabei auch die Frage, ob es hier möglicherweise eine Haftung für die Verantwortlichen gibt.”

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