1900 Entlassungen bei Kika: Das passiert mit dem Vorarlberger Standort

Markt / 06.06.2023 • 14:50 Uhr
Der Standort in Dornbirn wurde erst Anfang März runderneuert. <span class="copyright">VN/Mayer</span>
Der Standort in Dornbirn wurde erst Anfang März runderneuert. VN/Mayer

Neuer Eigentümer schließt 23 von 40 Filialen. So sehen die Planungen für Dornbirn aus.
<br>Von Andreas Scalet/APA

Wien, St. Pölten Der neue Eigentümer des operativen Geschäfts der angeschlagenen Möbelkette Kika/Leiner wird 23 von 40 Standorten per Ende Juli schließen und 1900 von 3900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kündigen.

Die 106 Mitarbeiter in Vorarlberg sind von den Kündigungen nicht betroffen, informiert AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Auch die Zentralabteilungen und die Verwaltung soll “erheblich” verkleinert werden. “Wir sind angetreten, um Kika/Leiner zu retten. Und wir retten jetzt, was zu retten ist”, so der neue Kika/Leiner-Betreiber und Geschäftsführer Hermann Wieser.

Reinhold Gütebier, bis vor wenigen Tagen Geschäftsführer von Kika/Leiner musste gehen. Das neue Management setzt radikale Schnitte. <span class="copyright">FA</span>
Reinhold Gütebier, bis vor wenigen Tagen Geschäftsführer von Kika/Leiner musste gehen. Das neue Management setzt radikale Schnitte. FA

“Um das Unternehmen wirtschaftlich überlebensfähig und vor allem langfristig wettbewerbsfähig zu machen, sind tiefgreifende Einschnitte und ein schneller, konsequenter Cut notwendig”, erklärte Wieser. Die Möbelkette sei mit einem operativen Verlust in Höhe von mehr als 150 Mill. Euro übernommen worden und um die laufenden Kosten zu decken, betrage der Liquiditätsbedarf bei sinkenden Umsätzen monatlich rund 8 bis 10 Mill. Euro.

“Bedauerlicherweise sind die Hauptleidtragenden die Mitarbeiter, die am wenigsten dafür können”, so der neue Kika/Leiner-Chef. Aus diesem Grund habe man gemeinsam mit den Betriebsräten für die durch Kündigung betroffenen Mitarbeiter ein Maßnahmenpaket beschlossen.

Kika Dornbirn - Neueröffnung nach Umbau: Das Möbelhaus in Dornbirn kommt bei den Kunden gut an.<span class="copyright"> VN</span>
Kika Dornbirn - Neueröffnung nach Umbau: Das Möbelhaus in Dornbirn kommt bei den Kunden gut an. VN

Nach knapp fünf Jahren als Eigentümer verkaufte die Signa Retail Gruppe des Tiroler Investors Rene Benko die Immobilien der Möbelkette vergangenen Woche für einen nicht genannten Preis an die Supernova Gruppe des deutschen Fachmarkt-Unternehmers Frank Albert. Das operative Geschäft ging an Wieser.

Der Standort Dornbirn wurde erst Anfang März runderneuert. Im Zuge der mehrmonatigen Umbauphase wurde etwa die Küchenabteilung um 30 Prozent vergrößert. Laut dem damaligen Geschäftsführer Reinhold Gütebier sind über 20 Prozent der Kunden im Dornbirner Möbelhaus aus der Schweiz und Liechtenstein. Der Standort Dornbirn performe sehr gut, so Gütebier damals. Auch die geographische Entfernung zu den anderen Standorten, von welchen nun ohnehin viele geschlossen werden sollen, habe man gelöst: Kika Dornbirn wird quasi autark geführt: Planung, Montage, Lager – alles wird direkt vor Ort gemanagt.