Schweigen statt Dialog: Vorarlberger Telemarketingfirma in Konkurs geschlittert

Weil die Kundschaft weggebrochen ist: Dialogmarketing-Experte geht mit sechsstelligen Schulden Konkurs.
Weiler Dialog- oder Telemarketing setzt auf den wechselseitigen Informationsaustausch zwischen Anbieter und Verbraucher, das ist natürlich für alle Branchen wichtig, doch besonders im Versandhandel wurde in den vergangenen Jahren auf diese Form des Marketings gesetzt. Genützt hat es vielen der klassischen Versandhäuser nicht mehr, sie schafften die Transformation zu einem großen Teil nicht mehr. Die Disruption der größten Kundenbranche hat jetzt für das Unternehmen Icare sales & services Dialogmarketing GmbH in Weiler Konsequenzen.
Über das Vermögen der Firma wurde am Donnerstag das Konkursverfahren am Landesgericht Feldkirch eröffnet. Die Gesellschafterin des vor 26 Jahren gegründeten Unternehmens, das von Wolfgang Barth geführt wird, ist die St. Galler Firma icare sales&services Dialogmarketing AG. Beschäftigt werden zwölf Mitarbeiter. Weitergehen wird es offenbar nicht: Die Marktsituation sei derzeit so, dass keine neuen Aufträge einlangen und somit ein Fortbetrieb unmöglich sei, heißt es seitens des Unternehmens, das laut eigenen Angaben erst vor wenigen Jahren in der Türkei seinen vierten Standort eröffnet hat und dort rund 200 Mitarbeiter beschäftige. Ebenfalls laut Eigendarstellung der Firma betreibe man über acht Standorte in fünf Ländern und auf drei Kontinenten und beschäftige insgesamt 500 Mitarbeitende. Inwieweit andere Standorte als jener in Weiler betroffen sind, ist nicht bekannt.
Die Aktiva wurden von der Firma mit rund 24.000 Euro beziffert, die Passiva sollen 197.000 Euro betragen. Zum Masseverwalter wurde Anwalt Hannes Rauch aus Sulz bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 3. Oktober 2024 beim Landesgericht Feldkirch statt.