“Gründen ist die ultimative Achterbahnfahrt”

Markt / 01.09.2025 • 14:53 Uhr
"Gründen ist die ultimative Achterbahnfahrt"

Bei Startup-Vorarlberg entwickeln Gründer digitale Lösungen – von der Handwerker-KI bis zur Bewegungs-App.

Dornbirn Während viele Handwerksbetriebe noch mit Zettelwirtschaft kämpfen, hat Niklas Reis eine digitale Lösung entwickelt, bei der Künstliche Intelligenz eine große Rolle spielt. “Der sprachgesteuerte Assistent wickelt die Büroarbeit automatisiert ab – von der Auftragserfassung bis zur Rechnungsstellung. Es ist quasi ein ChatGPT für Handwerker”, erklärt der Wirtschaftsinformatik-Student.

Über die Fachhochschule Vorarlberg wurde er auf das Pre-Inkubationsprogramm von Startup Vorarlberg in der Postgarage aufmerksam. Dort entwickelte er in den vergangenen Monaten sein Geschäftsmodell weiter. “Aktuell bin ich in der Entwicklung und habe schon erste Partner.”

Startup Vorarlberg
Niklas Reis und Martin Zajac nehmen am Startup-Programm teil. vn/reiner

Plattform für Beschichtungsbranche

Auch Martin Zajac nutzte das Programm für seine Idee. Mit “Beschichter Scout”, einer digitalen Plattform für die Beschichtungsbranche, will er Prozesse effizienter und nachhaltiger gestalten. “Die Plattform bringt Beschichter, Lackierer, Metallverarbeiter und Lackhersteller zusammen. Sie kanalisiert und vermittelt Aufträge und Handelsware. So kann etwa Lack, der nicht mehr gebraucht wird, weiterverkauft werden.”

Startup Vorarlberg
Karim Allouche, Diana Eglseder, Karlheinz Kopf, Marco Tittler, Saša Filipović und Linda Meixner. wisto

Beiden Gründern ist wichtig, dass ihre Lösungen einfach zu bedienen sind. “Das Programm hat uns sehr geholfen – durch Expertenkontakte und ein starkes Netzwerk.”

Mut und Rückhalt

Auch Linda Meixner und Karim Allouche waren Teil der ersten Runde. Meixner setzt mit ihrem “Offline Institut” auf einen bewussteren Umgang mit Technologie. “Eine Gründung ist wie eine ultimative Achterbahnfahrt. Durch die Teilnahme am Startup-Programm habe ich mehr Mut und viel Rückhalt bekommen.”

Start up Convention, Interview mit Lisa-Marie Fassl und Diana Eglseder
Startup Vorarlberg hat das Büro in der Dornbirner Postgarage. vn

Allouche gründete die Bewegungs-App benmo. “Es war eine wunderschöne Reise. Die Energie in der Postgarage, das unternehmerische Denken und das Menschliche begeistern mich.” Ein Wunsch bleibt: “Dass noch mehr Unternehmer hierherkommen, um sich mit den Gründern auszutauschen. Dann könnte etwas ganz Großes entstehen.”

Startup Vorarlberg

Startup Vorarlberg wurde vor einem Jahr gegründet – getragen von Wirtschaftskammer, Land Vorarlberg, Wisto und Fachhochschule. Ziel: die bisherigen Initiativen bündeln und Gründer nicht nur beim Start, sondern auch beim Wachstum begleiten. “Das ist geglückt”, betonen Landesrat Marco Tittler und Wirtschaftskammer-Präsident Karlheinz Kopf. Tittler wünscht sich: “Dass die Gesellschaft den Gründern mehr Mut macht, sich etwas zu trauen.”

Startup Vorarlberg
Startup Vorarlberg setzt auf den Input internationaler Experten. startup

Die aktuellen Gründungszahlen unterstreichen die Dynamik: “Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Vorarlberg 803 Unternehmen neu gegründet – ein Plus von 23,5 Prozent”, sagt Kopf. “Das sollte uns als Gesellschaft freuen.”

Zweite Runde startet

Ende Oktober startet die zweite Runde des Inkubationsprogramms. Geschäftsführerin Diana Eglseder und ihr Stellvertreter Saša Filipović freuen sich über den Zuspruch: “Wir haben die Zahlen vom vergangenen Jahr bereits übertroffen. Das zeigt: Es gibt Gründer – und es gibt gute Ideen.”