1000 Jobs gingen verloren, 1000 neue sind entstanden

In drei Jahrzehnten hat sich Rhomberg’s Fabrik vom Textilstandort zum Wirtschaftspark entwickelt. “Ein tolles Werk”, sagt Eigentümer Walter-Heinz Rhomberg.
Dornbirn Vor 30 Jahren übernahm die Rhomberg Gruppe die Flächen der ehemaligen Textilfabrik F. M. Rhomberg in Dornbirn. Das 1832 vom Stoffdrucker Franz Martin Rhomberg gegründete Unternehmen war einst ein bedeutender Teil der Vorarlberger Textilindustrie – bis deren Niedergang auch hier seine Spuren hinterließ. 1993 musste die Fabrik schließen, rund 1000 Arbeitsplätze gingen verloren.


Stolz auf das Erreichte
Zwei Jahre später, 1995, begann auf dem Areal eine neue Ära. “Uns haben die sehr gute Lage und die Verkehrsanbindung überzeugt”, erinnert sich Eigentümer Walter-Heinz Rhomberg. “Aber es hat schon auch viel Mut gebraucht, dieses Projekt anzugehen. Spätestens beim Ausräumen der alten Maschinen bot sich ein trostloses Bild.”

Der Anfang sei alles andere als leicht gewesen: “Die anfängliche Euphorie war schnell verflogen – das alles hat mir einige schlaflose Nächte bereitet.” Heute blickt Rhomberg stolz zurück: “Ich bin froh, dass alles so gut gelungen ist.”

Das einstige Fabrikgelände hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftspark entwickelt. Auf 72.000 Quadratmetern sind heute über 80 Unternehmen beheimatet, die insgesamt rund 1000 Menschen beschäftigen – genauso viele, wie einst mit der Schließung der Textilfabrik ihre Arbeit verloren hatten.


Verbindung von alt und neu
“Der besondere Charme liegt in der Kombination aus Alt und Neu”, betont Cornelia Sinz-Rhomberg, die gemeinsam mit ihrem Vater Walter-Heinz und ihrem Bruder Thomas die Liegenschafts-Gesellschaft leitet. Sie war von Beginn an am Areal aktiv und führte Interessierte durch die alten Hallen. “Anfangs brauchte es seitens der Mieter viel Fantasie und Mut.”

So wurden historische Gebäude um- und weitergenutzt – etwa das Haus Orange, die Handelshalle oder das Fachwerkhaus „Färber’s“ – während zugleich moderne Neubauten entstanden. Heute vereint Rhomberg’s Fabrik eine bunte Mischung: Hightech-Unternehmen wie Tridonic und 1zu1, Arztpraxen, Dienstleister, soziale Einrichtungen, Handelsbetriebe, Gastronomie und Kultur – etwa mit dem Spielboden als Fixpunkt.

Ein architektonisches Herzstück bildet das achtstöckige Holz-Hybrid-Hochhaus “LifeCycle Tower ONE” von Cree, das jährlich bis zu 8000 architekturbegeisterte Besucher anzieht.


Entwicklung geht weiter
Auch in Zukunft will die Rhomberg Gruppe weiter in die Attraktivität des Areals investieren. Die Nachfrage sei hoch, berichtet Cornelia Sinz-Rhomberg: “Bis vor ein paar Monaten hatten wir keine einzige freie Fläche. Aktuell liegen wir bei unter fünf Prozent.”
Und die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen – für das 13.000 Quadratmeter große Grundstück im Norden existiert bereits ein Masterplan.