Liebe zu den Menschen und zur Umwelt als Leitsatz für den größten Bäcker

WISTO-Serie: Nachhaltig aus Überzeugung – Das Familienunternehmen Ölz der Meisterbäcker zeigt, wie Nachhaltigkeit zur gelebten Unternehmensstrategie wird.
Dornbirn Ölz der Meisterbäcker ist Österreichs beliebteste Backwarenmarke und zählt mit rund 1060 Mitarbeitenden zu den bekanntesten Familienunternehmen des Landes. Mehr als 100 Produkte umfasst das Sortiment – von Kuchen und Feinbackwaren über Toast, Sandwich und verschiedene Brotsorten bis hin zu saisonalen Spezialitäten. Mit einem Exportanteil von rund 43 Prozent sind Ölz-Produkte auch in Deutschland, der Schweiz und weiteren zentraleuropäischen Ländern im Lebensmittelhandel vertreten. “Im Mittelpunkt stehen höchste Produktqualität, nachhaltige Wertschöpfung sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt, Mitarbeitenden, Kundinnen, Kunden und Partnern”, betont Petra Schmickl, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Ölz.
Stark ausgebaute Energieeffizienz
Der Leitsatz “Wir backen mit Liebe – aus Liebe zu den Menschen, zum Produkt und zur Umwelt” beschreibt den Anspruch des Unternehmens, ökologische und soziale Verantwortung in allen Bereichen mitzudenken – von Beschaffung und Verpackung über Produktentwicklung bis zu Lebensmittelsicherheit, Compliance und fairen Arbeitsbedingungen. Bereits 2005 wurde ein eigenes Energiemanagement-Team gegründet, das den Weg in den “klimaaktiv Pakt” ebnete. Heute treiben 17 Mitarbeitende bereichsübergreifend Themen wie Produktinnovation, Rohstoffe, Energie, Mobilität, Weiterbildung oder Arbeitssicherheit voran. Besonders sichtbar wird das im Bereich Energie: Ölz bezieht zu 100 Prozent Grünstrom, betreibt eine eigene Photovoltaikanlage und nutzt Wärmerückgewinnungssysteme, die Backwärme erneut in den Produktionsprozess einspeisen. So werden jährlich rund 245 Tonnen CO₂ eingespart. Parallel wird die LKW-Flotte schrittweise auf HVO-Treibstoff umgestellt, was den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu Diesel um bis zu 90 Prozent reduziert. Weiters sorgt ein nach ISO 50.001 zertifiziertes Energiemanagement dafür, dass Energieeffizienz pro Tonne Backware transparent überwacht wird.
Bewusster Umgang mit Rohstoffen
Beim Einsatz von Rohstoffen setzt Ölz konsequent auf Qualität und kurze Wege: Das Unternehmen bezieht Alpenmilch aus Österreich, stellte als erster Backwarenhersteller Europas vollständig auf Freilandeier herkunftsgesichert aus Europa um und verwendet ausschließlich Fairtrade-zertifizierten Kakao, einen Rohstoff, der nicht aus der Region bezogen werden kann. Auch beim mengenmäßig wichtigsten Rohstoff, dem Mehl, spielt Regionalität eine zentrale Rolle. “Wir erhalten mehrmals täglich frische Lieferungen von langjährigen Partnermühlen – überwiegend aus dem süddeutschen Raum. Das hält Transportwege kurz und reduziert die CO₂-Belastung”, erklärt Schmickl. Verpackungen werden fortlaufend materialoptimiert und die Recyclingfähigkeit erhöht. Gegen Lebensmittelverschwendung setzt Ölz auf konkrete Maßnahmen: Randscheiben werden in Produktinnovationen weiterverwertet, und über Partner wie Tischlein Deck Dich, Die Tafel e.V. und Too Good To Go finden überschüssige Backwaren weiterhin sinnvolle Verwendung. Ergänzend fördert Ölz das Nachhaltigkeitsbewusstsein intern, etwa durch Gesundheitsprogramme, Weiterbildungen oder das Projekt “Dein Tag von Herzen”, bei dem Mitarbeitende einen Sonderurlaubstag für soziales oder ökologisches Engagement nutzen können.
Resilienz und neue Technologien
Um klimabedingten Schwankungen bei Rohstoffen wie Weizen vorzubeugen, arbeitet Ölz im Schulterschluss mit Mühlen und Landwirten, etwa im Rahmen der Sustainable Wheat Initiative, an langfristig resilienten und nachhaltigeren Lieferketten. Künftig sollen präzise Datenanalysen, neue Technologien wie emissionsärmere Öfen sowie ein stärkerer Fokus auf vor- und nachgelagerte Emissionen, besonders bei Verpackungen und Rohstoffen, zentrale Hebel auf dem Weg zu “Zero Emission” werden. Die Ziele des “klimaaktiv Pakt 2030” bleiben dabei fester Orientierungspunkt: 50 Prozent weniger Emissionen gegenüber 2005 und ein Ausbau des Anteils erneuerbarer Energie auf 39 Prozent. “Nachhaltigkeit soll selbstverständlich in allen Unternehmensbereichen mitleben – und Konsument*innen Ölz als ganzheitlich verantwortungsbewusstes Unternehmen erleben, vom Produkt bis zum Arbeitsplatz”, so Schmickl abschließend.