Renommierter Vorarlberger Sportchirurg legt OP-Besteck zur Seite: So geht es weiter

Schrunser Arzt und Unternehmer zählt international zu den bekanntesten Sportchirurgen. Nun legt er Teile seiner Verantwortung in jüngere Hände. Sanatorium und Flugunternehmen führt er weiter.
Schruns Nach 36 Jahren an der Spitze seines Sanatoriums in Schruns startet der international renommierte Arzt und Unternehmer Dr. Christian Schenk eine neue Ära. Der 72-jährige Pionier der Sport- und Unfallchirurgie übergibt Teile seiner Verantwortung an zwei ausgewiesene Spitzenmediziner, die ab 2026 die Erfolgsgeschichte von “ Chirurgie & Sport – Sanatorium Schenk” fortführen. Gründer und Eigentümer Schenk bleibt weiterhin ärztlicher Leiter und begleitet den Übergang aktiv – “mit klarem Fokus auf Wissenstransfer, Teamgeist und den Ausbau des Lebenswerks”, wie er betont.

Christian Schenk, den man ohne zu übertreiben als einen der profiliertesten Ski-Ärzte der Welt bezeichnen kann, hat in den vergangenen Jahrzehnten in Schruns ein Sport- und Unfallchirurgie-Zentrum geschaffen, das europaweit Maßstäbe setzt: Über 50.000 Operationen stehen in seiner Berufskarriere zu Buche, davon pro Skisaison mindestens 1000 Unfälle, die im 1989 gegründeten Sanatorium gleich operiert werden. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt über 70 Mitarbeitende. Zu Schenks Aktivitäten zählt auch die Schenkair, eine eigene Luftrettungsflotte mit zwei Notarzthubschraubern und einem Flugzeug.
Der leidenschaftliche Mediziner hat sich in der Unfallchirurgie eine klare und hochqualifizierte Positionierung aufgebaut: “Wir machen alles bis auf Wirbelsäule und Prothetik – genau das ist unsere Stärke, weil wir uns konsequent spezialisieren”, sagt Schenk. Für ihn zählt neben medizinischer Präzision auch Einstellung und Haltung: “Wissen, Begeisterung und Menschlichkeit gehören im OP genauso zusammen wie Skalpell und Fingerspitzengefühl.”

“Methode Dr. Schenk”
Minimalinvasive Techniken, kleinste Schnitte, kaum sichtbare Narben – die von ihm entwickelte “Methode Dr. Schenk” ist seit vielen Jahren ein Markenzeichen für schnelle Genesung und nachhaltige Ergebnisse. Schenk gilt als gefragter Operateur für komplexe Frakturen, die er augenzwinkernd “wilde Brüche” nennt. Seine Patientinnen und Patienten kommen aus aller Welt – rund 60 Prozent nehmen lange Anreisen in Kauf, um von ihm behandelt zu werden.
Unter ihnen befanden sich Olympiasieger, Weltmeister, ein König, eine Fürstin und ein Regierungschef – doch Schenk bleibt bescheiden: “Ich bin kein Name-Dropper. Für mich ist jeder Mensch wertvoll. Es ist das Schönste, wenn jemand wenige Tage nach der Operation wieder auf eigenen Beinen steht.”
Vision und Esprit
Mit den beiden renommierten Unfallchirurgen Prof. Dr. Michael Hoffmann und Dr. Andreas Rücker will der Chirurg sein Lebenswerk in kompetente Hände legen. Die beiden Spitzenchirurgen haben mit Jahresbeginn die operative Verantwortung übernommen. Schenk selbst bleibt ärztlicher Leiter und Mentor – und zugleich Motor einer umfassenden Transformation. “Ich möchte die anspruchsvolle Tätigkeit im OP weitergeben, ohne den Esprit des Hauses zu verlieren”, betont er. “Wichtig ist, dass der Teamgeist stimmt – dass Wissen fließt und sich weiterentwickelt.” Ziel sei es, die einzigartige Expertise von Chirurgie und Sport zu stärken und weiterzuentwickeln. Der Transformationsprozess verbinde Tradition und Innovation – im Geiste eines Arztes, der seit jeher über Grenzen hinausdenkt.
Lebt, was er lehrt
An Rückzug denkt Schenk trotz der Weichenstellung im OP noch lange nicht. Auch mit 72 Jahren ist der Mediziner voller Pläne und bleibt aktiver Sportler. Jeden Morgen spielt er Tennis – “Nur ein entspannter Chirurg ist ein guter Chirurg” –, danach folgte bis jetzt ein voller Arbeitstag, oft bis tief in die Nacht. Nun liege sein Fokus auf der Entwicklung von neuen Leistungen, die bald in Schruns angeboten werden, so der Mediziner und Unternehmer. Sein Lebenswerk? Es soll weiterwachsen mit dem neuen Team, einer Vision und einer bis heute gelebten Begeisterung für Spitzenmedizin.