Dornbirner Hightech-Firma: “In Zeiten des Umbruchs braucht es mutige Entscheidungen”

Die Henn Connector Group kam im schwierigen Jahr 2025 mit einem “blauen Auge davon”. Die Unternehmen der Gruppe setzen aber mit Erfolg auf Diversifizierung. Die globale Expansion sei vorerst abgeschlossen.
Dornbirn Die Henn Connector Group mit Hauptsitz in Dornbirn blickt auf ein anspruchsvolles, aber strategisch richtungsweisendes Geschäftsjahr 2025 zurück. Geprägt von den bekannten geopolitischen Verwerfungen, der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Europa sowie tiefgreifenden technologischen Umbrüchen stand 2025 ganz im Zeichen der Transformation, erklärt Martin Ohneberg, Gründer und CEO der Unternehmensgruppe. Die multiplen Krisen im vergangenen Jahr forderten aber auch bei Henn Tribut, wie der Umsatz 2025 zeigt: Das Unternehmen, das weltweit 540 Mitarbeitende beschäftigt, machte einen Umsatz von 154 Millionen Euro, vier Millionen weniger als im Jahr 2024.
Mobility: Leichter Rückgang
In der kriselnden Automobilindustrie ist Henn damit mit einem blauen Auge davongekommen: Erstmals seit der Übernahme von Henn durch Ohneberg im Jahr 2011 verzeichnete der Automotive-Bereich einen leichten Umsatzrückgang, informiert das Unternehmen. Hauptursache dafür ist die anhaltende Schwäche des europäischen Marktes und des mitten in der Transformation befindlichen Unternehmens. Gleichzeitig unterstreiche die Entwicklung die strategische Weitsicht der Gruppe: “Die frühzeitige Entscheidung, neue Standorte in Mexiko und Indien zu eröffnen sowie den bestehenden Standort in China gezielt auszubauen, erweist sich als entscheidender Erfolgsfaktor”, betont Ohneberg. Die globale Expansion sei damit vorerst abgeschlossen – jetzt heiße es, diese konsequent weiterzuentwickeln.

Die Konnektorensparte sei mit Abschluss der geschilderten Entwicklungen und erfolgreicher Markteinführung gut aufgestellt: Das Produktportfolio decke ein breites Spektrum an Anwendungen ab – von konventionellen über hybride bis hin zu vollelektrischen Antrieben. Besonders erfreulich sind zudem Innovationsprojekte in den Bereichen Aerospace und autonomes Fahren. In beiden Bereichen konnten bereits erste Produkte erfolgreich geliefert werden.
Non-Mobility: Positive Impulse
Die Non-Mobility-Sparte – vertreten durch die Marke Eisele – zeigte sich 2025 insgesamt stabil – allerdings auch leicht hinter den Erwartungen. Die konjunkturelle Schwäche in Deutschland belastet weiterhin das Geschäft. “Gleichzeitig setzen gezielte Produktentwicklungen sowie der verstärkte Fokus auf internationale Märkte wichtige positive Impulse. Insbesondere in den USA, China und Korea eröffnen sich neue Wachstumsperspektiven”, so der Firmenchef.

SafetyTech wächst
HENNgineered, die Sparte für Safety Tech in der Firmengruppe, konnte sich 2025 trotz eines herausfordernden industriellen Umfelds in Deutschland behaupten und Umsatzwachstum erzielen. Ausschlaggebend dafür waren klare strategische Entscheidungen: die Fokussierung auf anspruchsvolle Produkte in diesem Bereich sowie die durchgängige Kompetenz von der Prototypenfertigung über die Kleinserie bis hin zur Großserie. Durch die neuen Standorte in Mexiko und den weiteren Ausbau in China gelang es außerdem, neue internationale Projekte zu gewinnen und bestehende Partnerschaften global zu vertiefen.
Transformation Notwendigkeit
Hohe Standortkosten, umfangreiche Investitionen in neue Werke und die laufende Transformation verlangen der Gruppe viel ab, finanziell, kulturell wie organisatorisch. Gleichzeitig sind sie Ausdruck eines klaren strategischen Kurses. “Wir befinden uns in einer noch nie dagewesenen Zeitenwende: geprägt von technologischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Umbrüchen. In einem solchen Umfeld zählt vor allem eines: die Fähigkeit, ein Unternehmen schnell, unkompliziert und konsequent an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und mutige Entscheidungen zu treffen”, betont Ohneberg gegenüber den VN.