Vorarlberger Weltmarktführer baut Arbeitsplätze ab: “Wir müssen reagieren”

Die Verwerfungen im globalen Handel und die Schwäche in entscheidenden Branchen treffen das Unternehmen hart. Das bedeutet die Streichung von insgesamt etwas mehr als 100 Arbeitsplätzen – in Vorarlberg geht es um rund 30 Positionen.
Schwarzach, Lübbecke Der Maschinenbauer IMA Schelling mit den zwei Hauptstandorten Schwarzach und Lübbecke geht davon aus, dass sich die Auftragslage im gerade begonnenen Jahr nicht wirklich verbessert. Schon im vergangenen Jahr hat der Spezialist für die Entwicklung und Fertigung modularisierter Sonderanlagen und Verarbeitungslösungen für die Holz-, Metall- und Kunststoffindustrie, der international 18 Vertriebs-, Service- und Produktionsgesellschaften hat und in seiner Nische Weltmarkt- und Technologieführer ist, den scharfen Wind am Weltmarkt verspürt. Konkret: Der wichtige Markt USA ist ob der Zollpolitik und der Unberechenbarkeit der Maßnahmen stark eingebrochen, berichtet Geschäftsführer Maximilian Lehner auf VN-Anfrage. Dazu komme die nach wie vor schwächelnde Möbelindustrie – die nach dem Boom in der Coronazeit bis jetzt nicht wieder richtig in die Gänge gekommen sei. Als wäre das nicht genug der Herausforderungen, schlagen auch noch die hohen Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre zu Buche. “Die Kosten sind in die Höhe geschnellt, das macht uns sehr zu schaffen”, sagt Lehner, “wir mussten reagieren”.

Deshalb habe man an den möglichen Schrauben drehen müssen – auch im Personalbereich. Das Unternehmen, das derzeit rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt und im letzten bilanzierten Jahr 2024 einen Umsatz von 395 Millionen Euro machte, streicht knapp über 100 Arbeitsplätze – den Großteil davon am deutschen Standort Lübbecke. “In Schwarzach sind rund 30 Arbeitsplätze betroffen”, informiert der Firmenchef. Das passiere auf verschiedene Weise: “Wir besetzen Stellen nicht nach, wenn jemand in Pension geht oder gegangen ist, auch wenn Mitarbeiter kündigen, gibt es keine Nachfolge.” Es habe sich aber leider nicht vermeiden lassen, dass es auch in Schwarzach Kündigungen gibt und bereits im Herbst 2024 gegeben habe. Am Standort Schwarzach sind bzw. waren 2024 rund 390 Mitarbeiter beschäftigt.
Anlagenbau gut ausgelastet
Betroffen von Auftragsrückgängen war im vergangenen Jahr vor allem der Bereich der Serienmaschinen für die Holzbearbeitung. Der Sonderanlagenbau habe sich im Gegensatz zu der Serienfertigung gut entwickelt. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation sorgt beim Unternehmen, das seit der Fusion von IMA und Schelling im Jahr 2015 ständig gewachsen ist, für einen hoffentlich nur vorübergehenden Rückgang. An den wesentlichen Eckpunkten der Unternehmensstrategie wird festgehalten: Innovation bleibt im Fokus des Technologieführers, der in Sachen Digitalisierung und Automatisierung Maßstäbe in der Branche setzt und Anlagen für die gesamte Produktionskette vom Lagern, Aufteilen, Handling und Transport über das Kantenanleimen, CNC-Bearbeiten, Bohren bis hin zum Sortieren und Stapeln plattenförmiger Werkstoffe aus Holz, Metall oder Kunststoff anbietet.