Trotz schwieriger Wirtschaftslage: Dieser Vorarlberger Konzern überspringt 5-Milliarden-Euro-Umsatzhürde

Verpackungs- und Recyclingkonzern trotzt den Herausforderungen am Markt und wächst auf über 5 Milliarden Umsatz. Ab 2026 fließen 15 Millionen Euro jährlich ins Recycling.
Hard Das Harder Verpackungs- und Recyclingunternehmen Alpla blickt trotz schwieriger globaler Wirtschaftslage auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit einem Umsatz von 5,2 Milliarden Euro bleibt der weltweit tätige Verpackungs- und Recyclingspezialist weiterhin auf Wachstumskurs. Strategische, strukturelle Weichenstellungen und Investitionen sichern die führende Rolle des Unternehmens. Der Personalstand stieg auf rund 25.500 Mitarbeitende, die Anzahl der Standorte auf 206. Starke Resultate erzielte Alpla in Nord- und Südamerika sowie im Bereich EBM (Extrusionsblasformen). Ambitionierte neue Recyclingziele bis 2030 unterstreichen das Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft.

Das 1955 gegründete Familienunternehmen mit Hauptsitz in Vorarlberg beliefert internationale Konsumgütermarken und lokale Kunden mit sicheren, leistbaren und nachhaltigen Verpackungslösungen aus Kunststoff. Die stabile Entwicklung im 70. Firmenjahr führt CCO Nicolas Lehner u. a. auf langfristige strategische Weichenstellungen, gezielte Investitionen und eine risikobedachte Planung zurück: “Wachstumsmärkte können sich drehen, Nachfragen schwanken und Kosten steigen. Das haben wir 2025 vor allem im Getränkemarkt und im Recycling erlebt – und es trifft die gesamte Branche schmerzlich. Umso wichtiger sind ein klarer Plan und Fokus auf den Kundennutzen. Beides treiben wir konsequent voran.”
Aufschwung in Amerika
Trotz aller Verwerfungen in der globalen Wirtschaft sind die Geschäftsentwicklungen in Nord- und Südamerika positiv, auch die Resultate im Bereich Extrusionsblasformen (EBM) sind beachtlich. “Der Markt wächst wieder und wir sind bestens vorbereitet. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren die richtigen Schritte gesetzt: Wir haben unsere Effizienz gesteigert, Beziehungen gepflegt, das Angebot diversifiziert und Fachkräfte entwickelt”, betont Lehner. Doch es gibt Herausforderungen zu meistern: Die Margen stehen branchenweit unter Druck, was auf gestiegene Kosten und eine schwache Nachfrage, insbesondere in Westeuropa, zurückzuführen ist.

Investitionen in Standorte und Technologien, der Aufbau des Ausbildungswesens in den USA sowie der Einstieg ins südamerikanische Recycling förderten den nachhaltigen Aufschwung. Auf globaler Ebene wurde die Spritzguss-Division ALPLAinject 2025 um die sechs Standorte von KM Packaging verstärkt. ALPLApharma hat sich mit deutlich gesteigerter Präsenz am Markt für pharmazeutische Verpackungen etabliert. Chancen für die Zukunft rechnet sich der Technologie- und Marktführer bei faserbasierten Lösungen von Paboco und Blue Ocean Closures (BOC) aus.
Pionier für Recycling
Die Recycling-Division blicke auf ein durchwachsenes Jahr zurück – nicht zuletzt aufgrund regulatorischer Prozesse in der EU und der anhaltenden Preisproblematik. “Neuware ist um ein Vielfaches günstiger als Recyclingmaterial. Während die Nachfrage sinkt und die Kosten steigen, wächst die Gefahr von minderwertigen Importen aus Drittstaaten. Wenn die EU nicht gegensteuert, wird die PPWR zum Eigentor”, warnt Lehner.

Mit neuen Recyclingzielen bis 2030 will das Unternehmen trotz der Herausforderungen am Recyclingmarkt auch künftig die Pionierrolle in der Kreislaufwirtschaft verteidigen. Innovative Projekte wie die kürzlich mit NTCP in den Niederlanden gestartete Kooperation für die Herstellung von lebensmitteltauglichem HDPE-Recyclingmaterial geben die Richtung vor. Der Anteil an Post-Consumer-Recyclingmaterial (PCR) soll bis 2030 auf 30 Prozent gesteigert werden. Dazu erweitert ALPLA die derzeit installierte und projektierte Output-Kapazität von 400.000 auf 700.000 Tonnen. Ab 2026 fließen 15 Millionen Euro jährlich ins Recycling, informiert Lehner.