Wohin mit Gold, Schmuck und Bargeld?

Markt / 16.01.2026 • 14:11 Uhr
Wohin mit Gold, Schmuck und Bargeld?
Der Goldpreis liegt auf einem Rekordwert. Eine sichere Aufbewahrung gewinnt damit zunehmend an Bedeutung.

Was bei der sicheren Aufbewahrung von Wertgegenständen zu Hause und bei der Bank zu beachten ist.

Bregenz Gold erklimmt seit Monaten neue Rekordwerte. Aktuell kostet eine Feinunze (31,1g) mehr als 4600 US-Dollar. Umso wichtiger wird die Frage, wo Gold oder auch andere Wertgegenstände am besten aufbewahrt werden.

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Grundsätzlich gelten Banken als besonders sichere Orte. Fälle wie jener in Gelsenkirchen, bei dem Täter 3100 Schließfächer ausraubten, sind nach wie vor die Ausnahme. Auch das eigene Zuhause kommt als Verwahrort infrage – allerdings ist es hilfreich, die versicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen.

Wohin mit Gold, Schmuck und Bargeld?
Ein Goldbaren mit 500 Gramm hat einen Wert von rund 64.000 Euro. vn/Steurer

Option 1: Verwahrung zu Hause

Das größte Risiko bei der Aufbewahrung in den eigenen vier Wänden ist Diebstahl. Dieser ist über die Haushaltsversicherung abgedeckt, es wird aber zwischen einfachem Diebstahl und Einbruchdiebstahl unterschieden. “Von einfachem Diebstahl spricht man, wenn etwas entwendet wird, ohne dass ein Einbruch vorliegt”, erklärt Robert Sturn, Vorstandsdirektor der Vorarlberger Landesversicherung. In diesem Fall sind Geldwerte bis 370 Euro versichert, sonstiger Wohnungsinhalt bis 1500 Euro.

Gespräch VLV Vorstände Klaus Himmelreich und Robert Sturn
Robert Sturn ist Vorstandsdirektor der Vorarlberger Landesversicherung und Sprecher der Vorarlberger Versicherungsunternehmen. VN/Steurer

Was als Einbruch gewertet wird

Bei einem Einbruchdiebstahl sind die Entschädigungsgrenzen höher – allerdings nur unter definierten Voraussetzungen. “Es reicht nicht, dass die Haustür nur zugezogen ist. Sie muss abgeschlossen oder verriegelt sein”, betont Sturn die Definition Einbruch.

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Der Wert von Gold ist in den verganegen Jahren kontinuierlich gestiegen. vn/Steurer

Einen Unterschied macht zudem, wo Wertgegenstände aufbewahrt werden. Geld und Sparbücher sind – in unversperrten Möbeln oder im Safe ohne Panzerung – bis 1800 Euro versichert, freiliegend bis 370 Euro. Für Schmuck, Edelsteine, Edelmetalle, Briefmarken- und Münzsammlungen liegt die Entschädigungsgrenze bei 8000 Euro, freiliegend bei 2000 Euro.

Wohin mit Gold, Schmuck und Bargeld?
Haustüren müssen verriegelt sein, damit es als Einbruch gewertet wird. apa

Wer Wertgegenstände in einem versperrten, feuerfesten Geldschrank mit einem Mindestgewicht von 100 Kilo lagert, ist bis zu 18.200 Euro abgesichert. In einem Geldschrank über 250 Kilo und höherem Sicherheitsgrad oder einem versperrten Wandsafe mit Schlossschutzpanzer bis zu 58.200 Euro.

Tipp: Dokumentieren Sie Ihr Inventar am besten mit Bildern und/oder Belegen. Sie erleichtern den Nachweis über das tatsächliche Vorhandensein der gestohlenen Sachen.
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Briefmarkensammlungen sind ebenfalls versichert. apa

Inhalte dokumentieren

Ein Tipp von Robert Sturn ist, das Inventar zu dokumentieren. “Nicht nur, um im Versicherungsfall den Nachweis über das Vorhandensein der gestohlenen Gegenstände zu erbringen. Es hilft auch, selbst den Überblick zu behalten. Oft sammeln sich über Jahre Werte an, die man unterschätzt.” Übersteigen diese die vorgesehenen Entschädigungsgrenzen, kann eine Höherversicherung abgeschlossen oder über einen Safe mit höherer Sicherheitsklasse bzw. ein Schließfach nachgedacht werden.

Option 2: Verwahrung bei der Bank

„Die Aufbewahrung von Sparbüchern und Wertgegenständen in der eigenen Hausbank zählt zu den sichersten Möglichkeiten, Vermögen zu schützen”, sagt Manfred Miglar, Marktvorstand der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg.

Manfred Miglar
Raiffeisen-Vorstand Manfred Miglar: “Wir verfügen über modernste Sicherheitsstandards und gewährleisten höchsten Schutz solcher Wertsachen.” raiffeisen

Unterschieden wird zwischen Sparbuch- und Safe-Schließfächern. In Sparbuchschließfächern dürfen ausschließlich Sparbücher bzw. Sparbuchurkunden aufbewahrt werden. Zu jedem Schließfach gibt es zwei Schlüssel, die beide der Kunde hat. Da in diesen Fächern keine physischen Wertgegenstände lagern, besteht auch keine gesonderte Versicherung. Denn die Sparbücher sind entweder mit Losungswort oder Unterschrift abgesichert. Der Mietpreis etwa bei der Raiffeisenbank in Bregenz liegt bei 32 Euro pro Jahr, hinzu kommt eine Schlüsselkaution (80 Euro).

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Für Bankschließfächer gelten detaillierte Bestimmungen. apa

In Safeschließfächern können auch Gold, Bargeld oder Schmuck verwahrt werden. Der Mietpreis liegt – je nach Größe zwischen 50 und 341 Euro pro Jahr (Raiffeisenbank in Bregenz) plus Schlüsselkaution von 161 Euro. Safeschließfächer sind mit 3633,64 Euro versichert. Bei Bedarf kann eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Für eine Versicherungssumme von 50.000 Euro liegen die Kosten bei 50 Euro pro Jahr.

Tipp: Wesentlich ist, sich individuell vom Bankberater zu den Details beraten zu lassen – insbesondere zur passenden Versicherungssumme, damit Wertgegenstände optimal abgesichert sind.