Vorarlberger Tourismus-Innovation soll es bald auch anderswo geben

Markt / 23.01.2026 • 15:56 Uhr
Vorarlberger Tourismus-Innovation soll es bald auch anderswo geben
Die Tiny Houses haben in der Corona-Zeit den Geschmack der Feriengäste getroffen. Und bis heute wächst die Nachfrage nach den Häuschen. FA/Everding

Beherbergung in Tiny Houses statt im Zimmer: Start-up will nach erfolgreichem Start nun durchstarten und sucht Partner mit geeigneten Grundstücken.

St. Gallenkirch, Sonntag, Konstanz Seit dem Jahr 2017 haben Tim Suske und Christopher Eichhorn an ihrem Konzept gefeilt, 2019 gründeten sie auf Basis dieses Konzeptes ein Unternehmen, im Jahr 2020 wurde dann konkret umgesetzt, was die beiden Jungunternehmer sich in Sachen Tourismus ausgedacht haben. Es war das richtige Projekt zur richtigen Zeit, denn Cabinski, so der Name des Unternehmens, setzte auf Tiny Houses – im ersten Corona-Jahr die perfekte Art, sicher Urlaub zu genießen.

Überall umsetzbar

Cabinski, das sind Tiny Houses, also ganz kleine Häuser, schick ausgestattet mit Panoramafenster, Fichtenholzküche, Tageslichtbad und einem Stockbett mit Blick durchs Dachfenster. Bis zu vier Gäste finden auf nur 27 Quadratmetern Platz. Das Projekt und schließlich die Umsetzung in St. Gallenkirch Galgenul war von Anfang an als erster von weiteren Cabinski-Standorten gedacht. Denn umsetzbar ist die Idee eigentlich überall. Die beiden Unternehmer hessischer Herkunft, aber mit einer Liebe zu den Bergen, haben ein Konzept ausgearbeitet, das gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: Die kleinen Häuschen sind stylish, bieten Privatsphäre und je nach Lage spektakuläre Ausblicke, werden klimaschonend in Holz umgesetzt und können auch so schnell wieder abgebaut und abtransportiert werden, wie sie aufgebaut werden.

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Christopher Eichhorn und Tim Suske setzten ihr anspruchsvolles Konzept für nachhaltigen Tourismus um und suchen nun Partner für weitere Standorte. FA

Das erste “Cabinski-Dorf” am Rand von St. Gallenkirch war von Anfang an ein Magnet für Urlauber – die Tiny Houses waren schon vor Eröffnung ausgebucht. Das ist bis heute so – auch am zweiten Cabinski-Standort in Sonntag im Großwalsertal, der im Jahr 2023 errichtet wurde. Gute Bewertungen auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen zeigen zum einen, dass das Konzept greift, und sind zum anderen gute Werbung für die bislang zwei Standorte im Bezirk Bludenz. “Wir haben in Sonntag, einem Standort, der touristisch nicht so erschlossen ist wie St. Gallenkirch, eine Belegung von rund 90 Prozent”, berichtet Eichhorn im Gespräch mit den VN. Auch für die Standortgemeinde ist das eine lohnende Ansiedlung, für die Tourismusdestination selbst wird dadurch das Angebot aus gastronomischen Betrieben, Gästezimmern und Appartements ergänzt.

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Die kleine Siedlung soll die Umwelt nicht belasten und sich harmonisch in die Umgebung einpassen. In St. Gallenkirch ist das gelungen. FA/Everding

Nach dem erfolgreichen Start des Tiny-House-Start-ups will das Cabinski-Team das Konzept weiter ausrollen – dafür suchen sie derzeit neue Partner. “Mit unserem Partner-System bieten wir dir eine Komplettlösung für einen eigenen Cabinski-Standort”, so Eichhorn, der sich auch im PIZ, dem Zukunftslabor der Montafon Tourismus GmbH, als Leiter stark für eine nachhaltige Entwicklung und Ausrichtung des Tourismus engagiert. Potenzielle Partner sollten ein geeignetes Grundstück in naturnaher Lage besitzen.

Vorarlberger Tourismus-Innovation soll es bald auch anderswo geben
Blick in das kleine, aber voll ausgestattete Haus. FA/Everding

Dann tritt Cabinski in Aktion: In einer Machbarkeitsstudie werde geprüft, ob die Grundlagen für einen Standort erfüllt werden. Wenn ja, dann “prüfen wir, ob die Entwicklung und der Betrieb eines eigenen Cabinski-Standorts aus wirtschaftlicher, architektonischer, strategischer und rechtlicher Perspektive erfolgversprechend sind”, erklärt Suske. Wenn diese Schritte erfolgreich waren, geht es weiter – der neue Standort wird geplant, das Projekt umgesetzt und in die Cabinski-Welt integriert, erklärt Eichhorn. Und wenn der Standort eröffnet ist, profitiere man natürlich von der Infrastruktur des innovativen Tourismusunternehmens, dessen beide Standorte im Land seit 2020 gezeigt haben, dass das Konzept greift. Denn die Nachfrage nach solchen Unterkünften ist weiterhin im Steigen begriffen, wie Untersuchungen und Umfragen von Tourismus-Fachleuten zeigen.

Vorarlberger Tourismus-Innovation soll es bald auch anderswo geben
Vor Ort bleibt nicht mehr viel zu tun. Die Häuser kommen fast fixfertig an und müssen nur noch platziert und an die Infrastruktur angeschlossen werden. VN/Böcken