Diesem Bauherrn war das erste Angebot zu hoch: Neue Ausschreibung und Verzögerung

Markt / 29.01.2026 • 16:01 Uhr
Diesem Bauherrn war das erste Angebot zu hoch: Neue Ausschreibung und Verzögerung
Spatenstich Mitte September 2025: Danach ging der Bauherr nochmals über die Bücher. Doch das Projekt wird – mit Verspätung – umgesetzt. VN/sca

Bludenzer Anlagenbauer hat Baugenehmigung, Spatenstich ist schon erfolgt: Doch nun gehen Bauherr und Architekten nochmals über die Pläne. Firma mit guter Auftragslage.

Bludenz, Eppingen Der 16. September war ein strahlender Montag, der Anlass, um einen Spaten in die Hand zu nehmen, war ebenfalls erfreulich. Die Stimmung gut, denn im vergangenen, von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägten Jahr war es nicht selbstverständlich, dass ein Unternehmen investiert oder sogar ein neues Hauptquartier baut. Der Bludenzer Anlagenbauer Dieffenbacher Energy und die Vorstände der Dieffenbacher Gruppe, zu der das Unternehmen gehört, sind zum Spatenstich eigens angereist, Bürgermeister Simon Tschann nahm ebenfalls den Spaten in die Hand. Und dann: Seit September tut sich auf dem Grundstück im Kreuzungsbereich von Fohrenburg- und Werdenbergerstraße nichts.

Diesem Bauherrn war das erste Angebot zu hoch: Neue Ausschreibung und Verzögerung
Geplantes Hauptquartier von Dieffenbacher Energy – derzeit werden, so die Geschäftsführung, die “Leistungsverzeichnisse” optimiert. Die neue Ausschreibung soll Mitte 2026 erfolgen. FA/AE

Natürlich hat das Gründe. Denn abgesagt ist der Bau nicht, wie etliche Bludenzer glauben. Er ist verschoben, wie der Geschäftsführer von Dieffenbacher Energy, Volker Kitzelmann, und Vertriebschef Sebastian Völker im Gespräch mit den VN betonen. Verschoben deshalb, weil man bei Dieffenbacher über die Bücher gegangen ist und sich durch eine Optimierung der Baupläne, so Kitzelmann, ein besseres Angebot erwarte: “Das Gesamtbudget war zu hoch. Wir gehen jetzt alle Bereiche durch und können dann die Leistungsverzeichnisse optimieren”, erklärt Kitzelmann. Beim Spatenstich wurden die Kosten mit rund zwölf Millionen Euro beziffert. Derzeit ist man im Unternehmen, aber auch beim beauftragten Nüziger Architekturbüro Atelier Ender, mit diesen Aufgaben beschäftigt, erklärt Prokurist Völker.

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Dieffenbacher Energy-CEO Volker Kitzelmann und CSO Sebastian Völker: “Für das laufende Jahr sind wir vorsichtig optimistisch. Ende 2025 konnten wir drei Projekte für uns gewinnen.” VN/sca

Aufgrund der derzeit durchgeführten Überarbeitung des Projektes wird der Bau Anfang des zweiten Halbjahres 2026 neu ausgeschrieben, so Kitzelmann zum neuen Zeitplan. Mit dem Bau könne nach der Auftragsvergabe 2026 begonnen werden. Denn am Bau hält man fest – man sei mit der Performance zufrieden, auch wenn das vergangene Jahr für den Anlagenbauer ebenso wie für viele andere Unternehmen nicht gerade einfach war, mit dem hochqualifizierten Team in Bludenz sowieso.

Markt ist in Bewegung

“Für heuer sind wir vorsichtig optimistisch”, berichtet CSO Sebastian Völker (Chief Sales Officer), denn im Dezember konnten die Bludenzer Kraftwerksbauer gleich drei Aufträge gewinnen, “ein schönes Weihnachtspräsent”. Der Markt ist in Bewegung, “getrieben von der deutschen Kraftwerksstrategie”, so Kitzelmann und Völker im Gespräch. Auch die Synergien, die sich in der Dieffenbacher Gruppe, einem der innovativsten Hersteller von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen für die Holzwerkstoff-, Forming- und Recyclingindustrie ergeben, seien beachtlich, denn die Kunden verlangen dabei nach Lösungen zur nachhaltigen Energiegewinnung.

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Dieffenbacher-Projekt: Die Abhitzekessel für dieses Kraftwerk in Stuttgart-Münster. FA

Aber zurück zum eigenen Bauprojekt, der Firmenzentrale in Bludenz: Geplant ist ein vierstöckiges Bürogebäude auf 1500 Quadratmetern mit einer Nettonutzfläche von 2270 Quadratmetern und Platz für rund 145 Arbeitsplätze und damit die Möglichkeit für die weitere Expansion bieten – derzeit sind rund 120 Mitarbeiter bei Dieffenbacher Energy beschäftigt. Zur Infrastruktur gehören auch Tiefgarage und Fahrradstellplätze, außerdem liege das neue Hauptquartier günstig für Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Bis das Gebäude in Betrieb gehen kann, werde man die bisherigen Räumlichkeiten nutzen, die man dank des Entgegenkommens des derzeitigen Vermieters weiterhin nutzen könne, informieren Kitzelmann und Völker. Das Unternehmen verlassen hat übrigens Wolfgang Lashofer, der nach der Übernahme von Bertsch Energy durch Dieffenbacher knapp zwei Jahre in der Geschäftsführung des Unternehmens tätig war.