2,3 Millionen Passiva: Lustenauer Elektrotechniker geht in die Sanierung

Grund ist schwierige Marktlage. “Möchten uns wieder verstärkt auf unser Kerngeschäft konzentrieren”, sagt der Geschäftsführer.
Lustenau Die Kremmel & Schneider GmbH in Lustenau hat am 30. Jänner 2026 beim Landesgericht in Feldkirch ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Sanierungskurs einschlagen. Der Grund dafür ist die aktuell schwierige Marktlage in der Bauwirtschaft sowie insbesondere steigende Herausforderungen bei Aufträgen als Generalunternehmer. Dieser Schritt der Sanierung soll den operativen Betrieb absichern und die notwendige Basis für die geplante Neuausrichtung bilden.
Steigende Kosten
Kremmel & Schneider ist in den Bereichen Elektroinstallationen, Elektromobilität, Smarthome sowie Netzwerk- und Sicherheitstechnik tätig und vertreibt EIB-Bustechnik für kundenspezifische Lösungen in der Elektro- und Steuerungstechnik. Das Unternehmen mit Sitz in Lustenau setzt Projekte für private Auftraggeber um, betreut aber auch öffentlich und gewerblich genutzte Objekte. Regelmäßig realisierte der Elektrotechnik-Experte in diesem Zusammenhang auch größere Projekte als Generalunternehmer. Vor allem größere GU-Projekte seien jedoch zuletzt in Verbindung mit steigenden Material- und Personalkosten immer schwieriger, diese lukrativ und im Ergebnis positiv umzusetzen.

Erste Maßnahmen seien bereits im vergangenen Jahr umgesetzt worden, auch vier Mitarbeiter wurden abgebaut. Weitere Schritte sind nun geplant, etwa der Rückzug aus dem gesamten GU-Geschäft und der Abwicklung von Großprojekten. Diese Geschäftsbereiche werden geschlossen. Sieben Mitarbeiter sind in dem Bereich beschäftigt. “Wir möchten uns wieder verstärkt auf unser ursprüngliches Kerngeschäft konzentrieren, also die Bereiche Elektroinstallationen, Elektromobilität, Smarthome sowie die Netzwerk- und Sicherheitstechnik. Dabei richten wir den Fokus gezielt auf kleinere und mittlere Projekte”, informiert Geschäftsführer Patrick Sotelschek. Insgesamt blicke er optimistisch nach vorne. Zu den funktionierenden Zukunftsmärkten zähle auch der Vertrieb und die Weiterentwicklung moderner EIB-Bustechnik.

Betrieb wird weitergeführt
Bei einem Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung aktiv in der Verantwortung. Juristisch wird Kremmel & Schneider im Sanierungsverfahren von Rechtsanwalt Dr. Tobias Gisinger von der Dornbirner Kanzlei SKBGL begleitet. Auch Gisinger betont: “Wir sind auf einem guten Weg, das etablierte Lustenauer Unternehmen wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen.”

31 Mitarbeiter beschäftigt
Aktuell sind bei Kremmel & Schneider insgesamt 31 Personen angestellt, davon neun Lehrlinge. Die Verbindlichkeiten (Passiva) der Kremmel & Schneider GmbH belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro, wovon rund ein Drittel auf Banken zurückfällt. Diese seien jedoch zur Gänze von dritter Seite besichert. Auf der anderen Seite stehen Vermögenswerte (Aktiva) in Höhe von rund 700.000 Euro. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung wird eine 30-Prozent-Quote innerhalb von zwei Jahren für die Gläubiger angestrebt.