Sorge statt Zuversicht: Warum die Pension vielen Vorarlbergern Kopfzerbrechen bereitet

Markt / 05.02.2026 • 12:58 Uhr
Sorge statt Zuversicht: Warum die Pension vielen Vorarlbergern Kopfzerbrechen bereitet

Acht von zehn glauben nicht an eine ausreichend hohe staatliche Pension. 69 Prozent fürchten, im Alter weiterarbeiten zu müssen.

Dornbirn Die Stimmung ist gedrittelt: 33 Prozent blicken mit Skepsis auf die kommenden zwölf Monate, 32 Prozent mit Zuversicht und 31 Prozent mit Sorge. “2019 war noch jeder Zweite optimistisch”, sagt Paul Eiselsberg vom IMAS-Institut, Autor der Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische. Grund dafür seien die multiplen Krisen der vergangenen Jahre. “Ein bestimmender Faktor ist auch die wirtschaftliche Lage. 58 Prozent der Vorarlberger befürchten eine Verschlechterung.”

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Pensionskonto einsehen

Umso wichtiger werde die private Vorsorge. 89 Prozent halten sie für essenziell, betont Sonja Brandtmayer, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Städtischen. Umso überraschender sei jedoch, dass 45 Prozent der Vorarlberger den Stand ihres Pensionskontos nicht kennen. “Bei einer 55-jährigen Frau liegt die Bruttopension im Schnitt bei 1075 Euro, bei einem Mann bei 1501 Euro.”

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Auf die Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später einmal ausfallen wird, nennen die Befragten österreichweit durchschnittlich 2023 Euro. Männer rechnen mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro. Kein Wunder also, dass 83 Prozent glauben, die staatliche Pension werde nicht ausreichen – und 42 Prozent sogar Altersarmut fürchten. “Ein Alarmzeichen”, sagt Brandtmayer. Gerade bei der jüngeren Generation fehle oft das Bewusstsein dafür, welche Auswirkungen Teilzeitarbeit auf die spätere Pension habe. Verhalten fällt auch die Zufriedenheit mit dem staatlichen System aus: Nur 41 Prozent zeigen sich zufrieden, 49 Prozent hingegen unzufrieden.

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Paul Eiselsberg (IMAS), Sonja Brandtmayer (Wiener Städtische) und Martin Jäger (Vorarlberger Sparkassen).Sparkasse

225 Euro im Monat

Wie sorgen die Vorarlberger denn vor? 49 Prozent haben eine private Pensionsvorsorge. Im Schnitt sind es 225 Euro, die dafür monatlich zurückgelegt werden. Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro. Als Orientierung empfiehlt Brandtmayer, rund zehn Prozent des Einkommens in die private Altersvorsorge zu investieren.

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Sparkonto “leider” beliebt

Am beliebtesten bleibt mit 58 Prozent das Sparkonto. “Leider”, sagt Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. Der Kapitalmarkt biete langfristig deutlich bessere Renditen – vor allem durch den Zinseszinseffekt. 41 Prozent besitzen eine Lebensversicherung, immerhin 30 Prozent investieren in Wertpapiere. Jäger weist zudem auf eine strukturelle Entwicklung hin: “Die Eigentumsquote sinkt. Vorarlberg ist im Österreich-Vergleich in den vergangenen Jahren von Platz fünf auf Platz acht abgerutscht. Das bringt die Thematik, dass man auch in der Pension Miete zahlen muss.”