“Man muss Immobilienverkäufern beim Preis reinen Wein einschenken”

Knapp ein halbes Jahr nach Markteintritt in Vorarlberg sieht sich der Bodensee-Ableger von großem internationalem Immobilienkonzern auf Kurs. Drei Standorte, über 100 Liegenschaftsbewertungen, zahlreiche Vermittlungen.
Schruns, Lech, Bregenz Engel & Völkers eilt ein Ruf voraus, der offenbar auch in Vorarlberg gehört wird. Denn Sven Schäfer und Richard Jennewein, die seit Mitte vergangenen Jahres die Repräsentanz des Immobilienunternehmens, das in der breiten Öffentlichkeit vor allem als Makler von Luxusimmobilien bekannt ist, in Vorarlberg übernommen haben, ziehen eine erste Bilanz. Und die ist aus Sicht von Schäfer und Jennewein durchwegs positiv. “Wir konnten seither über 100 Immobilien bewerten, das ist brutal viel für knapp sechs Monate”, berichten sie im Gespräch mit den VN. Darunter Immobilien in allen Bereichen, vom Reiheneckhaus über Gewerbehallen bis zu einem Schloss. Letzteres, das Schloss Glopper in Hohenems, das von der Familie Waldburg-Zeil in die Hände von Engel & Völkers gelegt wurde, sorgt natürlich für Aufsehen, das sich auch in Aufträgen und Anfragen widerspiegelt.

Schäfer und Jennewein sehen im riesigen Netzwerk – Engel & Völkers ist in 35 Ländern, auf fünf Kontinenten und an rund 1000 Standorten vertreten – einen Vorteil, der für die Neueinsteiger am Vorarlberger Markt spricht. Sie selbst sind seit vielen Jahren Partner des Netzwerkes am deutschen Bodenseeufer und betreiben von Konstanz bis Lindau Niederlassungen, im Konzernjargon Shops genannt. Die Ergänzung um den Vorarlberger Markt sei eine logische Konsequenz, damit könne man im Dreiländereck und natürlich über das Netzwerk international Immobilien einem breiten Kreis von Interessenten anbieten, so Schäfer und Jennewein.
Und tatsächlich habe man schon mehrere grenzüberschreitende Geschäfte getätigt. Etwa einen Hotelbetrieb an einen Kunden aus dem Raum Stuttgart verkauft, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch Schweizer Kunden seien an Immobilien in Vorarlberg interessiert. Auch umgekehrt – also Vorarlberger, die am deutschen Bodensee eine Immobilie erwerben oder erwerben wollen, konnte man beraten.
Fokus auf Gewerbeimmobilien
Einen stärkeren Fokus legt das Unternehmen künftig auf den Bereich Gewerbeimmobilien, erklären die Newcomer am Vorarlberger Markt. Im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Gewerbe sehen sie großes Potenzial, auch im Einzelhandel könne man noch einiges optimieren, sofern es auch in den Städten und Gemeinden die Bereitschaft für gute Konzepte gebe. Im Bereich Wohnen bestätigen Schäfer und Jennewein die Marktsicht ihrer Vorarlberger Kollegen.
Der Markt für neue Immobilien sei nach wie vor am Boden, gefragt und auch erhältlich sind gebrauchte Immobilien. Allerdings müsse man dabei realistisch sein, “die Preise dafür sind in vielen Fällen zu hoch angesetzt”. Man müsse den Verkäufern reinen Wein einschenken, was die Preise betrifft. “Wenn man den Preis zu hoch ansetzt und dann ein oder mehrmals reduzieren muss, ist das für die Verkäufer unbefriedigend.” Eine realistische Preisgestaltung sei deshalb durch die Expertise des rund 20-köpfigen Engel & Völkers-Teams, das an drei Standorten in Vorarlberg – in Bregenz wird Ende März ein Büro in der Römerstraße 11 eröffnet – vertreten ist, gewährleistet.
Man plane weitere Büros in Dornbirn und Feldkirch, denn zur Firmenstrategie gehört es auch, dass man vor Ort sei. Das habe sich auch in Lech bewährt, wo man einen guten Start zu verzeichnen hatte, so Sven Schäfer und Richard Jennewein.