“Es ist eine große Herausforderung, an die Zukunft zu glauben”

Markt / 13.02.2026 • 10:49 Uhr
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Matthias Sutter ist Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre in Köln und Innsbruck. EconTribute

Verhaltensökonom und Bestsellerautor Matthias Sutter über schwierige Zeiten und den nötigen Optimismus für die Zukunft.

Die Stimmung ist ob der vielen Krisen im Keller, wie kommen die Menschen, wie die Wirtschaft da wieder raus?

Krisen sind unangenehm, weil sie bisher Etabliertes infrage stellen und weil Veränderung oft ein mühsamer Prozess ist. Sie zwingen einen deshalb dazu, neue Wege auszuprobieren, also innovativ zu sein. Darin besteht eine große Chance, Neues und Erfolgversprechendes zu entdecken. Und das zieht einen wieder aus der schlechten Stimmung raus. Dazu braucht man aber den Mut, Neues auszuprobieren.

Wer kann entscheidend dazu beitragen, dass die Menschen wieder an die Zukunft glauben?

Stabile Rahmenbedingungen – vor allem in Politik und Wirtschaft – sind eine entscheidende Grundlage für zukunftsorientiertes Handeln, also heute Investitionen in die Zukunft zu tätigen, die erst in der Zukunft Früchte tragen werden. Gerade weil wir aktuell unsichere Zeiten haben – z. B. sicherheitspolitisch oder in Handelsfragen –, ist es eine so große Herausforderung, an die Zukunft zu glauben.

Kann man selbst einen Weg wählen, der Optimismus generiert?

Ich habe oft den Eindruck, dass manche Menschen von Natur aus eher Optimisten sind und andere eher Pessimisten. Es ist schwer, etwas an dieser grundsätzlichen Haltung zu ändern. Jedoch fand ich es für mich selbst immer hilfreich, mir kleine Ziele zu setzen und an deren Umsetzung zu arbeiten. Das schafft kleine Erfolge, die einem zeigen, dass Fortschritt möglich ist. Und nichts anderes ist doch Optimismus.