Holzenergiepreis für weltweit einzigartiges Kraftwerk in Dornbirn

Erstes gekoppeltes Biomassekraftwerk für Carbon Capture und Pflanzenkohleproduktion in Dornbirn erhält Auszeichnung.
Dornbirn Seit September 2025 wird im EnergieWerk Ilg ein in Österreich einzigartiges System betrieben, das erstmals die Abscheidung von CO₂ aus den Abgasen (Carbon Capture) eines Biomassekraftwerks mit der gleichzeitigen Produktion von Pflanzenkohle verbindet. Durch die Kopplung dieser beiden Technologien wird das Kraftwerk zu einer aktiven CO₂-Senke und leistet einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz – die VN berichteten. Auch international wurde und wird das Projekt in Dornbirn-Wallenmahd in der Fachwelt mit großem Interesse beobachtet und begleitet. Das Projekt ist außerdem bereits in der Bauphase auf großes Interesse seitens der Politik gestoßen. Zahlreiche hochrangige Vertreter nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der innovativen Anlage zu machen, unter ihnen u. a. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Für dieses Pionierprojekt wurde das EnergieWerk Ilg jetzt mit dem angesehenen Holzenergiepreis Österreich 2025 ausgezeichnet.

Herausragende Leistung
Die Jury würdigte insbesondere das außergewöhnliche Engagement und die herausragenden Leistungen im Bereich der Holzenergie, die einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Österreich leisten. Die feierliche Preisverleihung des vom Österreichischen Biomasseverband vergebenen Preises fand im Rahmen der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz statt. Die Auszeichnung wurde von den Geschäftsführern Tobias und Bernhard Ilg feierlich entgegengenommen. Ein zentrales Merkmal der neuen Energiezentrale ist der weltweit erstmalige kombinierte Einsatz von Klimabeton mit dem CO₂-negativen Zusatzstoff Clim@Add und einer innovativen Gleitschalungstechnik. Die Verbindung dieser beiden Technologien mache die Energiezentrale zu einem Vorzeigeprojekt für klimafreundliches Bauen, so Tobias Ilg.
Kohlenstoff im Beton fixiert
Durch Zugabe von Clim@Add, einem CO₂-negativen Kohlenstoffadditiv, wird nämlich Kohlenstoff dauerhaft im Beton fixiert. “So entsteht eine stabile Kohlenstoffsenke im Baukörper, die aktiv zur Reduktion atmosphärischen CO₂ beiträgt”, erklärt Ilg. Dass überhaupt Beton verwendet wurde, stößt aber auch auf Kritik: denn klar sei, so eine Dornbirner Stadträtin, dass auch der optimierte Baustoff, der eine deutlich bessere Klimabilanz aufweist, immer noch Beton sei. Das Dornbirner Unternehmen der Familie ist übrigens auch Mitgründer des international tätigen Unternehmens Carstorcon mit Sitz in Deutschland, welches das CO₂-negative Kohlenstoffadditiv Clim@Add entwickelt hat und vertreibt.
Konsequentes Vorausdenken
Das EnergieWerk Ilg, entstanden aus dem seit Generationen von der Familie geführten landwirtschaftlichen Betrieb, “steht seit rund 25 Jahren für konsequentes Vorausdenken in der nachhaltigen Energieerzeugung mit dem klaren Anspruch: nicht nur CO₂-neutral zu wirtschaften, sondern aktiv CO₂ aus dem Kreislauf zu entziehen”, beschreibt der Biomasseverband den ausgezeichneten Betrieb. Heute nutzt das EnergieWerk Ilg Biomasse in allen Facetten: von der Verbrennung über Vergasung und Biogaserzeugung bis hin zur Stromerzeugung.
Kern des Projekts ist eine aminbasierte Abscheidungstechnologie. Bei einem Abgasvolumen von 2500 Kubikmetern pro Stunde werden jährlich 3,7 Mio. Kilogramm hochreines biogenes CO₂ aus dem Abgasstrom herausgefiltert.