Wie eine Schlange den Skitourensport verändern soll

Markt / 15.02.2026 • 12:58 Uhr
Wie eine Schlange den Skitourensport verändern soll
Die Gründer Tom Wright und Jürgen Zeitlberger arbeiten an einer Innovation im Bereich Skitourenfelle.VN/Steurer

Jürgen Zeitlberger und Tom Wright entwickeln mit ihrem Startup Felle mit Schuppenstruktur.

Dornbirn Die Mamba zählt zu den schnellsten Schlangen der Welt – und genau das steckt hinter dem Namen des Startups mamba Sports Equipment. Die Gründer Jürgen Zeitlberger (42) und Tom Wright (41) entwickeln Skitourenfelle, deren Funktionsprinzip von der Natur abgeschaut ist.

Ein persönliches Erlebnis

Ihre Innovation, derzeit in der Patentphase, basiert auf einer überlappenden Schuppenstruktur. Sie soll dafür sorgen, dass Skitourengeher effizient nach vorne gleiten und gleichzeitig ausreichend Grip nach hinten haben. Inspiration lieferte ein persönliches Erlebnis: “Vor drei Jahren war ich auf einer Skitour auf einen Gletscher im schweizerischen Wallis. Meine Felle waren komplett vereist, der Schnee ging nicht mehr runter, und mir ist auch noch ein Skistock gebrochen. Mit Mühe habe ich die Hütte erreicht”, erzählt Zeitlberger.

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Die beiden Gründer arbeiten nun in Vollzeit an ihrer Geschäftsidee.VN/Steurer

Während Ski und Skischuhe in den vergangenen Jahrzehnten große Innovationssprünge erlebt hätten, seien Skitourenfelle kaum weiterentwickelt worden, sagt er. “Herkömmliche Felle bestehen aus Nylon- und Mohairfasern – sie saugen sich voll und verlieren Grip.”

Den entscheidenden Anstoß zur Geschäftsidee gab Tom Wright. Der gebürtige Engländer hatte während seiner Tätigkeit an der Universität Innsbruck an textilen Schuppenstrukturen geforscht und später beim Vorarlberger Forschungsinstitut V-Research als Materialwissenschafter gearbeitet. Zeitlberger wiederum war im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Liechtensteinischen Landesbank tätig. Privat kannten sich die beiden schon länger.

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Ein persönliches Erlebnis hatte Jürgen Zeitlberger in der Schweiz.VN

Ein Jahr an Vorbereitung

2023 entstanden erste Kunststoffmuster, die patentiert wurden. Doch wie daraus ein Unternehmen formen? Zeitlberger investierte ein Jahr in die Vorbereitung für eine Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws). “Die Förderungen sind hart umkämpft – es gibt enorm viele Bewerbungen”, sagt er.

An der Universität Innsbruck wurden erste Tests durchgeführt. Außerdem nahm das Duo am Inkubationsprogramm von Startup Vorarlberg teil, das junge Unternehmen mit Coaching und Netzwerk unterstützt. “Wir haben viel Know-how und Unterstützung im Land gefunden”, sagt Wright.

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In Dornbirn teilen sich Wright und Zeitlberger ein Büro mit anderen Gründern.VN/Steurer

Einen entscheidenden Schub brachte schließlich die Förderzusage der aws über rund 250.000 Euro. “Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar, denn das Kapital hilft uns sehr. Dadurch können wir Mamba seit Februar nun statt am Küchentisch in Vollzeit mit eigenem Büro aufbauen, an der Produktentwicklung arbeiten und alles auf professionelle Beine stellen”, sagt Zeitlberger.

Ein Basispatent hat das Duo bereits, aktuell laufen weitere Patentanmeldungen. Bis zum Winter 2026/27 sollen erste Tests mit potenziellen Kunden aus der Skiindustrie starten. Die bisherigen Ergebnisse seien vielversprechend, betonen die Gründer – doch bis zur Serienreife gebe es noch einiges zu tun.

Countdown zur Marktreife

Marktreif könnte das neuartige Skitourenfell 2027 sein. “Wenn alles gut läuft, wollen wir dann erste kleine Stückzahlen verkaufen”, so Zeitlberger. Das Marktpotenzial sehen sie als groß. Skitouren sei jedenfalls keine Nische mehr. So steht Skibergsteigen heuer in Cortina d’Ampezzo erstmals auf dem Programm der Olympischen Winterspiele.