Vorarlberger Top-Banker verlässt deutsche Commerzbank in schwieriger Phase

Markt / 17.02.2026 • 16:31 Uhr
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Der Top-Banker hat aus persönlichen Gründen seinen Vertrag nicht mehr verlängert. FA/CB

Der Banker aus Nüziders war Vorstandschef in einer der mächtigsten Bankgruppen Österreichs, bevor er nach Auffassungsunterschieden nach Frankfurt in die zweitgrößte private Geschäftsbank wechselte.

Frankfurt, Wien, Nüziders Die Commerzbank befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase, jetzt hat auch noch einer der Top-Manager, Top-Banker Bernd Spalt aus Nüziders, seinen Rückzug bekannt gegeben. Das deutsche Bankinstitut setzt sich nach einem Gewinn fast auf Rekordniveau höhere Ziele, um eine feindliche Übernahme durch die Unicredit zu verhindern. Neue Bestmarken sollen den Aktienkurs nach oben treiben, was einen Kauf durch die italienische Großbank erschweren würde. Mitten in dieser Phase hat die Bank den Rückzug des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Erste Group Bank bekannt gegeben. Die Commerzbank gab im September 2023 seine Berufung zum Risikochef bekannt. Seit 1. Jänner 2024 ist er Chief Risk Officer (CRO) im Vorstand des Instituts.

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Bernd Spalt war bei der Commerzbank für das Risikomanagement verantwortlich. Vor seiner Zeit bei der Commerzbank war er Vorstandsvorsitzender der Erste Group. FA/CB

Wie die Bank mitteilt, hat sich der Top-Banker aus persönlichen Gründen dazu entschieden, seinen noch bis Ende 2026 laufenden Vertrag zu erfüllen, aber keine Verlängerung für diesen anzustreben. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Jens Weidmann, bedankt sich: “Bernd Spalt leistet im Vorstand ausgezeichnete Arbeit, die der Commerzbank in einer herausfordernden Zeit Stabilität und Vertrauen gesichert hat. Wir im Aufsichtsrat bedauern seinen Entschluss sehr. Ich habe aber viel Verständnis dafür, dass Herr Spalt seinen Lebensmittelpunkt nach Ende seines Vertrags zu seiner Familie in Wien verlegen möchte.”

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Zentrale der Commerzbank in Frankfurt. Dort ist noch bis Ende 2026 der Arbeitsplatz des Vorarlbergers – er will nach Hause – nicht nach Nüziders, sondern nach Wien. FA/CB

Spalt habe die Risikofunktion als verlässlichen Partner zur Unterstützung der strategischen Ziele der Commerzbank etabliert. Zuvor war der Nüzider von 2020 bis 2023 Vorstandschef der Erste Group. Spalt hat im Jahr 2023 überraschend bekannt gegeben, seinen bis Ende Juni 2023 laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Seine Entscheidung sei eine Folge von unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige langfristige strategische Gesamtausrichtung der Gruppe, teilte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen damals mit.