Südtirolersiedlung Rheinstraße: Wie das Bregenzer Quartier in Zukunft aussehen soll

Markt / 19.02.2026 • 14:49 Uhr
Südtirolersiedlung Rheinstraße: Wie das Bregenzer Quartier in Zukunft aussehen soll
Ob ikonisch oder nicht: Die Südtirolersiedlung an der Rheinstraße soll ein neues Gesicht erhalten. Nun läuft der Städtebau-Wettbewerb. VN/Mayer

Zehn Architekturbüros machen Vorschläge, wie die Südtirolersiedlung Rheinstraße in Bregenz städtebaulich in die Zukunft geht. Über die Gestaltung der Gebäude wird erst danach entschieden.

Bregenz In der Rheinstraße geht das Projekt “Südtiroler Siedlung neu” in die nächste Phase. Der teilweise Neubau der Südtirolersiedlung Rheinstraße in Bregenz ist das größte Bauvorhaben im gemeinnützigen Wohnbau in Vorarlberg. Die Häuser aus den 1940er-Jahren werden überwiegend abgetragen, was allerdings nicht bei allen Einwohnern und/oder Architekten auf Zustimmung stößt, und sollen durch zeitgemäße Wohngebäude ersetzt werden, wie die VN bereits mehrfach berichteten. Zugleich soll die besondere Qualität der Siedlung mit Grünräumen und Durchwegungen erhalten bleiben und für heutige Anforderungen angepasst werden, informieren die Vogewosi und die Stadt Bregenz.

Südtirolersiedlung Rheinstraße: Wie das Bregenzer Quartier in Zukunft aussehen soll
Historische Ansicht der Südtirolersiedlung in Schendlingen. Landesbibliothek

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein eigener städtebaulicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben, zu dem zehn ausgewählte Büros aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eingeladen wurden. Bei diesem Wettbewerb geht es nicht um konkrete Fassadengestaltung, so Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz, sondern um die grundsätzliche Struktur des neuen Quartiers: Die großen Fragen sind die Anordnung der Gebäude, wo verlaufen Wege, wo gibt es Grünflächen oder Plätze. Natürlich gehe es auch darum, wie sich Neu und Alt vertragen.

Südtirolersiedlung Rheinstraße: Wie das Bregenzer Quartier in Zukunft aussehen soll
Vogewosi-Chef Hans-Peter Lorenz: “Mit der Neugestaltung schaffen wir Wohnungen, die den heutigen Anforderungen entsprechen.” VN/Steurer

Die Wohnqualität jedenfalls soll steigen – nicht nur, was die Haustechnik und Energieeffizienz betrifft, sondern als Lebensraum – quasi als Stadt in der Stadt. “Die bestehenden Grünräume sollen mindestens im bisherigen Ausmaß erhalten bleiben und neue Qualitäten im Außenraum schaffen.”

Grundlage für Architektenwettbewerb

Das Siegerprojekt bilde die Basis für den anschließenden Realisierungswettbewerb, in dem die konkrete architektonische Ausarbeitung erfolgt. Die Ergebnisse dieses zweiten Wettbewerbs werden bis Ende 2026
erwartet, die Präsentation des Siegerprojekts ist für Anfang 2027 geplant, heißt es seitens der Vogewosi. Erst danach beginnen die konkreten Vorbereitungsschritte für die Umsetzung des Bauvorhabens in mehreren Etappen.

Die Zeit der Südtiroler Siedlung in ihrer heute bekannten Form scheint jedenfalls definitiv ein Ablaufdatum zu haben. Lorenz betont: “Es fehlt an Barrierefreiheit, an zeitgemäßen Heizsystemen, an Schall- und Brandschutz sowie an Balkonen, Loggien, Terrassen und erforderlichen Nebenräumen. Mit der Neugestaltung schaffen wir Wohnungen, die den heutigen Anforderungen entsprechen und langfristig leistbar bleiben. Gleichzeitig achten wir darauf, die gewachsene Struktur rund um den Südtirolerplatz zu erhalten.”

Auch Bürgermeister Michael Ritsch sieht in dem Projekt eine wichtige Zukunftschance für die Entwicklung des gesamten Stadtquartiers Schendlingen: “Mit der Neugestaltung der Südtirolersiedlung Rheinstraße wird ein wichtiger Wohnbereich zeitgemäß weiterentwickelt.”