Vorarlberger Firma entert die Häfen von New York und Los Angeles

Markt / 27.02.2026 • 15:34 Uhr
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In Europas großen Häfen als auch in Afrika ist das Unternehmen mit seinen innovativen Stapelkranen bereits gut vertreten – die neuen Aufträge befeuern die Entwicklung am Hauptmarkt USA. FA

Das Unternehmen in Hard ist in seinem Bereich Weltmarkt- und Technologieführer. Einstieg in die US-Hafeninfrastruktur als “Türöffner” für weitere Projekte. Auftragsbücher gut gefüllt.

Hard Der Harder Kran- und Anlagenbauer Künz hat sich in den vergangenen Jahren in einer globalen Branche gut positioniert – das wurde auch in Österreich gesehen. Das Unternehmen wurde u. a. 2024 mit dem Industrie-Exportpreis in Gold ausgezeichnet, zuvor wurde das Unternehmen bereits mit dem Business Oscar in Silber in Los Angeles geehrt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist der Kran- und Kraftwerksspezialist ein Leuchtturm unter Österreichs Exporteuren und das wird er auch weiterhin bleiben. “Wir haben volle Auftragsbücher bis Mitte 2027”, erklärt der neue Unternehmenssprecher des international aufgestellten Unternehmens, David Moosbrugger, im Gespräch mit den VN.

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Unternehmenssprecher und Technik-Vorstand David Moosbrugger: “Türöffner für weitere Hafenprojekte.” FA

Und das wird durch aktuelle Aufträge eindrucksvoll untermauert. Künz hat den Zuschlag zur Lieferung von 37 Stapelkranen für Containerterminals in den Häfen von New York (28 Krane) und Long Beach, LA, Kalifornien, (9 Krane) erhalten. Es handelt sich um die bislang größten Aufträge des Unternehmens für den amerikanischen Markt und zugleich um den Einstieg der Harder in die Hafeninfrastruktur in den USA, informiert Moosbrugger. Die USA sind für den Kranspezialisten der größte Markt mit einem Anteil zwischen 20 und 30 Prozent. Seit 1998 ist das Unternehmen auch mit einem Standort in North Carolina vertreten, wobei die Mitarbeiter über den gesamten Halbkontinent vertreten sind, um lückenlosen Service zu gewährleisten. Das Unternehmen plant ob des großen Marktes eine annähernde Verdoppelung der Mitarbeiterzahl in den USA, denn der Markt habe trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds großes Potenzial, denn “weitere Großprojekte befinden sich in konkreter Vorbereitung und sollen in den kommenden Monaten vergeben werden.”

Weltmarkt- und Technologieführer

Die Vorarlberger sind in ihrem Bereich, Kränen für die sogenannten Hinterland-Terminals, Weltmarktführer mit einem Anteil zwischen 70 und 80 Prozent. Dass sich Künz in einem von großen Konzernen beherrschten Umfeld durchsetzen konnte, ist nicht Zufall, sondern auf die Entwicklungen und die Qualität des Unternehmens zurückzuführen. Dies gab auch den Ausschlag für die Aufträge in New York und Los Angeles. Innovative Lösungen im Stahlbau, in der Mechanik und der Automatisierung sowie ein spezielles Logistikkonzept, das die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb am Terminal ermöglicht, haben die Auftraggeber überzeugt. Künz sei nicht nur Weltmarkt-, sondern auch Technologieführer, erklärt Moosbrugger, und man sei ständig am Weiterentwickeln von Lösungen. “Alle wesentlichen Entwicklungen sind patentiert, da sollten wir gut gewappnet sein”.

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Technologie, die weltweit geordert wird – in Häfen, bei Hinterland-Terminals und an Eisenbahn-Terminals (Bild: Hafen Tanger, Marokko). FA

Die Auslieferung der 37 Krane beginnt im nächsten Jahr und wird 2032 abgeschlossen. Für den kalifornischen Hafen erfolgt die vollständige Montage im Künz-Werk in Polen, dann werden die komplett montierten Anlagen per Frachtschiff in die USA transportiert. Die Krane für den New Yorker Terminal werden als große Baugruppen angeliefert und vor Ort montiert. Insgesamt werden mehr als 6300 Tonnen hochwertiger Komponenten über den Atlantik verschifft, nennt Moosbrugger eindrucksvolle Zahlen.

“So stark wie noch nie”

Einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen der Großaufträge in LA und NYC habe der langjährige Günter Bischof gehabt, sagt David Moosbrugger, der seit Anfang des Jahres zusammen mit Georg Schuch und Paul Makuch das 1932 von Hans Künz gegründete Familienunternehmen führt. Bischof hat sich Ende 2025 im Rahmen der langfristig vorbereiteten Nachfolgeregelung aus allen Funktionen im Unternehmen zurückgezogen (die VN berichteten). Es sei ein guter Moment für ihn und das Unternehmen, dessen Marktposition so stark sei wie noch nie in der langen Firmengeschichte, bedankt sich Moosbrugger bei Bischof.

Künz mit Hauptsitz in Hard hat sieben Standorte und beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurde eine Betriebsleistung von rund 320 Millionen Euro erwirtschaftet.