com:bau eröffnet: Eine Messe und die Hoffnung auf “Normalität”

Markt / 06.03.2026 • 15:14 Uhr
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Die 13. com:bau bietet einen guten Überblick über die verschiedenen technischen Möglichkeiten, über die Ertüchtigung bestehender Immobilien und über das Angebot am Immobilienmarkt. MD/Mittelberger (4)

Die Baubranche wittert ein wenig Morgenluft – das Interesse an Wohneigentum sei leicht gewachsen. Auf der com:bau kann man sich bis Sonntag über Neubauprojekte, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Finanzierung bei 180 Ausstellern kundig machen.

Dornbirn Zumindest die Dornbirner com:bau, “die richtungsweisende Messe für das zukunftsfähige Eigenheim”, wie es in der Eigenwerbung heißt, setzt auf einen Aufschwung am Wohnbaumarkt, bei etlichen der Aussteller ist das nicht so eindeutig: Sie hoffen, wissen tun sie es nicht, ob und wie der Wohnbau wieder anspringt. Was relativ gut läuft, sind Investitionen in die Energieeffizienz, auch beim Umbau von bestehenden Immobilien gebe es Nachfrage, sagen gleich mehrere Handwerker im Gespräch mit den VN.

“Finanzierung bleibt schwierig”

“Die Nachfrage ist besser geworden, die Finanzierung bleibt schwierig”, sagt Markus Ruppitsch, Mitglied der Geschäftsleitung der Hefel Immobiliengruppe. In der Branche fehle es an Liquidität, denn von der Projektierung, dem Kauf geeigneter Grundstücke bis zum Bau, bis zum Verkauf sei es eine lange Zeit. “Wenn dann dazu kommt, dass die potenziellen Kunden nicht nur bei der Finanzierung mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sondern auch die Perspektiven in einer im Wandel befindlichen Welt nicht gerade berauschend sind, überlegt man sich die Schaffung von Wohneigentum.”

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Experten stehen bei der Beratung der Besucher mit viel Fachwissen Rede und Antwort.

Aber natürlich gibt es auch Menschen, die nicht so pessimistisch sind: Sie wählen immer öfter, mit Holz zu bauen, wie der Geschäftsführer der Vorarlberger Holzbaukunst, Sigi Kohler, bestätigt: “Dem Holzbau geht es gut, Handwerk steht gerade in Zeiten wie diesen auf einem soliden Boden.” Eine Auslastung der Betriebe von zwei Jahren, wie es zeitweise war, gibt es nicht mehr, jetzt sind wir wieder auf einem normalen Niveau”, so Kohler. Was die Zimmerer aber auch feststellen können, ist, dass Holz inzwischen bei Bauvorhaben immer mitgedacht werde.

“Unnötige Bürokratie”

Bei der Eröffnung der Messe, der ersten unter der Regie des neuen Messe-Geschäftsführers Nilly Nail, machte auch Landeshauptmann Markus Wallner auf die aktuelle Lage in der Branche hin: “Die Bauwirtschaft steht weiterhin vor großen Herausforderungen, aber es zeigen sich erste Stabilisierungstendenzen.” Klar sei, dass zur Unterstützung des Aufschwungs gewisse Rahmenbedingungen
angepasst gehören, insbesondere was den Abbau unnötiger Bürokratie angehe. “Deshalb überarbeiten wir derzeit unter anderem das Baugesetz und die Bautechnikverordnung”, sagt er und wird dabei von der Branche beim Wort genommen, die schon lange unter den verschiedenen Zuständigkeiten ebenso leidet wie unter der Regulierungsmaschine, die, darin ist sich die Branche einig, die Kosten in den letzten Jahren ständig in die Höhe getrieben hat.

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Bauen live – Einblicke in das Handwerk nicht nur der Maurer sind bei der Messe eine Attraktion für die Besucher.

Eine Entrümpelung wäre wohl im Sinne der Besucher und potenziellen Hüslebauer als auch der meisten Aussteller. Schon vorab greift die com:bau die aktuellen Entwicklungen am Bau auf und führt die zentralen Branchenthemen an einem Ort zusammen. Die Messe bündelt Bauhandwerk, Energie, Finanzierung und Immobilien und verdeutlicht, wie vielfältig die aktuellen Anforderungen an Bauprojekte sind, verspricht der Veranstalter. Knapp 180 Ausstellende stellen dazu Baustoffe, Sanierungskonzepte, Photovoltaiklösungen mit Speicher, Smart-Home-Technologien sowie Finanzierungsmodelle und Immobilienangebote vor. Fachleute geben unabhängig und kostenlos Auskunft zu Energieeffizienz, Förderungen und rechtlichen Faktoren. Die Messe ist bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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Ein umfassender Überblick und der Blick ins Detail versprechen die 180 Aussteller.