“Im Bus geht es um Gemeinschaft”

Markt / 22.03.2026 • 11:00 Uhr
"Im Bus geht es um Gemeinschaft"
Für die mehrtägigen Radreisen setzen Michaela, Günther und Sabrina Greber auf eigene Anhänger, die den Transport von bis zu 36 Fahrrädern ermöglichen.VN

Familie Greber bringt mit NKG Reisen seit 80 Jahren Menschen zusammen und ans Ziel.

Dornbirn Ein Fahrrad wird verladen, Koffer verschwinden im Bauch des Busses, vorne begrüßt der Fahrer seine Gäste mit Mikrofon. Für viele Menschen sind organisierte Busreisen ein Highlight: Die einen schätzen Tagesausflüge in die Region, andere erkunden mit dem Bike verschiedene Länder. Manche nutzen Trips nach Mailand, Como oder Cannobio zum Shoppen, andere sind Fans von Törggelen oder Weihnachtsmärkten, wieder andere reisen zum Firmen- oder Jahrgängerausflug.

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Blick auf die Anfangszeit des Unternehmens: Norbert und Herta Greber.NKG

Busreisen sind heute deutlich individueller als ihr Klischee. Themenreisen, kleinere Gruppen und spezialisierte Angebote sprechen zunehmend auch jüngere Zielgruppen an.

80 Jahre voller Veränderungen

Auch bei NKG Reisen haben sich die Ziele in den vergangenen 80 Jahren immer wieder verändert – die Begeisterung fürs Reisen ist seit drei Generationen jedoch dieselbe geblieben.

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Kurt Greber stieg 1951 ins Unternehmen ein.NKG

“Früher waren wir auf Gastarbeiterfahrten nach Anatolien und ins damalige Jugoslawien spezialisiert oder im Werksverkehr für Textilunternehmen tätig”, erinnert sich Günther Greber, der den Betrieb 1990 gemeinsam mit seiner Frau Ricarda von seinem Vater Norbert übernahm.

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Ricarda und Günther Greber übernahmen 1990 den Betrieb.NKG

Dieser hatte sich 1946 selbstständig gemacht, fünf Jahre später stieg sein Bruder Kurt ein. Daher stammt auch der Name: NKG sind die Initialen der beiden Brüder. “Damals gab es in Dornbirn zwei Busunternehmen mit dem Namen Greber. Diese wurden oft verwechselt, deshalb NKG”, erklärt Günther Greber.

Dritte Generation am Steuer

Heute führen seine Töchter Michaela und Sabrina das Unternehmen in dritter Generation. Der Fokus liegt einerseits auf touristischen Reisen, andererseits auf Fahrten für Firmen, Schulen und Vereine. Im Angebot stehen Klassiker wie Marktbesuche in Cannobio oder Törggelenfahrten nach Südtirol ebenso wie spezialisierte Angebote, etwa Radreisen. Diese führen – samt eigenem Anhänger mit Platz für bis zu 36 Räder – in die Toskana, an die Adria, ins Piemont, nach Elba oder in die Provence. “Die Spezialisierung war wichtig, um sich von der Konkurrenz abzuheben”, sagt Sabrina Greber.

"Im Bus geht es um Gemeinschaft"
NKG Reisen feiert heuer das 80-jährige Bestehen.VN

Wichtig sei bei allen Fahrten aber nicht nur das Ziel, der soziale Aspekt rücke immer stärker in den Mittelpunkt: gemeinsam unterwegs sein, Zeit miteinander verbringen, Erlebnisse teilen. “Es geht um gemeinsame Erlebnisse, die verbinden. Das Gemeinschaftsgefühl und die Geselligkeit machen Busreisen aus”, ist sich die Familie Greber sicher. Über die Jahre hätten sich auf den Fahrten immer wieder Bekanntschaften, Freundschaften und auch Partnerschaften entwickelt.

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Mit Sabrina und Michaela Greber führt inzwischen die dritte Generation das Unternehmen.NKG

Damit jede Fahrt reibungslos funktioniert, dafür sorgt das 40-köpfige Team – vom Büromitarbeiter bis zum Buslenker. “Als Chauffeur muss man natürlich gut Bus fahren können, aber das ist nur ein Teil. Er muss vor allem auch gut mit Menschen umgehen können und fast schon ein Entertainer sein”, sagt Sabrina Greber. Diese Multitalente seien jedoch nicht leicht zu finden, auch wegen der Arbeitszeiten an Wochenenden. “Dabei verdient man als Busfahrer gut und sieht viel von Europa”, sagt Michaela Greber, die selbst den Busführerschein hat und in früheren Jahren oft selbst mit Freude am Steuer saß.

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Das Team von NKG Reisen umfasst 40 Mitarbeitende.NKG

Großes Glück mit Team

Dass das Team mit Herzblut dabei ist, sei jedenfalls einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens. “Wir haben das große Glück und hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt.

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Der Anspruch der Familie Greber: Jeder Kunde soll sich gut aufgehoben fühlen.philipp steurer