Börsentipp: Gold zeigt kurzfristige Schwäche

Markt / 27.03.2026 • 10:20 Uhr
Börsentipp: Gold zeigt kurzfristige Schwäche

Experte Jürgen Rupp (Raiffeisen Landesbank) über die Entwicklung des Edelmetalls.

Bregenz Der jüngste Rückgang des Goldpreises ist vor allem auf akute Liquiditätsbedürfnisse größerer Marktteilnehmer sowie auf die vorangegangene starke Kursrally zurückzuführen. Gleichzeitig haben sich die Zins- und Dollarerwartungen seit Ausbruch des Irankrieges deutlich verschoben. Der starke Anstieg der Energiepreise hat die Inflationserwartungen erhöht und damit die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zunichtegemacht. Stattdessen preisen die Märkte nun für die kommenden Sitzungen der Notenbanken eine höhere Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen ein.

Diese Entwicklung wirkt kurzfristig belastend für Gold, da steigende Realzinsen die Opportunitätskosten des Edelmetalls erhöhen, das selbst keinen laufenden Ertrag abwirft. Ein festerer Dollar verstärkt diesen Druck zusätzlich. Solche Gegenbewegungen sind in Stressphasen historisch typisch, sollten aber den längerfristigen Trend nicht brechen.

Fundamental sprechen weiterhin viele Faktoren für Gold: geopolitische Unsicherheit, strukturell hohe Staatsausgaben, wachsende Verschuldung und die zunehmende Bedeutung des Edelmetalls in den Reserven vieler Zentralbanken. Rücksetzer bleiben möglich, sind aber eher als Teil einer Bodenbildung zu sehen.

Damit bleibt Gold, neben Aktien und Anleihen, eine wichtige Beimischung für ein langfristig stabiles Portfolio und fungiert als strategische Absicherung in einem unsicheren, politisch wie monetär angespannten Umfeld.