25, 45 oder 65: Welche Anlagestrategie zu welchem Alter passt

Berufseinstieg, Lebensmitte oder Pension: Drei Szenarien zeigen, worauf Anleger achten sollten.
Bregenz Welche Anlagestrategie ist die richtige? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, vielmehr sind die Lebensphase, die finanzielle Ausgangssituation und das persönliche Ziel entscheidend. „Ausschlaggebend ist vor allem die eigene Risikobereitschaft und die Frage, was das Geld leisten soll – Sicherheit, Flexibilität oder laufende Einkünfte für die Altersvorsorge“, sagt Karl-Heinz Strube, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Hypo Vorarlberg, und zeigt drei Szenarien auf – stets mit dem Hinweis, dass auch hochwertige Veranlagungen Kursschwankungen und Verluste mit sich bringen können.

Szenario 1: Mit 25 Jahren ins Berufsleben
„In jungen Jahren ist das Vermögen meist noch begrenzt, dafür ist der Zeithorizont besonders lang“, sagt Strube. Wer früh mit dem Investieren beginnt, könne Schwankungen an den Märkten über viele Jahre ausgleichen und vom Zinseszinseffekt profitieren. „Schon kleine, regelmäßige Sparbeträge – etwa über Fonds-Sparpläne – können langfristig zu einem beachtlichen Vermögen anwachsen. Wer bereits einen Betrag von beispielsweise 5000 angespart hat, sollte diesen aus Risikogründen nicht unbedingt auf einmal investieren, sondern schrittweise anlegen.“ Die Strategie sei klar wachstumsorientiert: Ein Großteil fließt in breit gestreute globale Aktien, ergänzt durch globale Anleihen in Euro sowie kleinere Beimischungen etwa in Edelmetalle oder Energierohstoffe.
Fazit: “Langfristiges Wachstum steht im Vordergrund, Schwankungen sind akzeptiert.”
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Szenario 2: Mit 45 Jahren in der Lebensmitte
„Oft ist ein gewisser Vermögensstock vorhanden, etwa in Höhe von 50.000 Euro, nicht selten ergänzt durch eine Immobilie im Eigentum“, sagt Strube. Gleichzeitig werden die finanziellen Ziele konkreter: Etwa schnellere Kredittilgung, Vermögensaufbau für die Pension oder zusätzliche Rücklagen für Kinder und unerwartete Ereignisse. Der Anlagehorizont ist weiterhin lang genug für Wachstum, dennoch rückt die Risikobegrenzung stärker in den Fokus. Aktien bleiben ein wichtiger Bestandteil, verlieren aber etwas an Gewicht. Anleihen gewinnen als stabilisierender Faktor an Bedeutung, während alternative Investments gezielt beigemischt werden. „Kurz gesagt: Aktien für Wachstum, Anleihen für Stabilität und Alternativen als Diversifikationsbaustein, ohne dass sie das Risiko dominieren.“
Fazit: “Weiterhin Renditeorientierung, aber mit deutlich mehr Puffer gegen Rückschläge.”
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Szenario 3: Mit 65 Jahren und Erbschaft
Im Pensionsalter stellen sich wiederum andere Fragen. Besonders deutlich wird das, wenn sich die finanzielle Ausgangslage durch eine größere Erbschaft wesentlich verändert, zum Beispiel durch einen Betrag von 500.000 Euro. Hier stelle sich die Frage, ob das Geld Versorgungslücken schließen, zur Tilgung von Schulden dienen, die laufende Pension ergänzen, ein zusätzliches Einkommen sichern soll oder ob die Weitergabe an die nächste Generation im Vordergrund steht. „In dieser Lebensphase empfiehlt sich in der Regel eine ausgewogene bis eher defensive Strategie. Zugleich bleibt es wichtig, einen Teil des Vermögens flexibel verfügbar zu halten, um auf unvorhergesehene Entwicklungen reagieren zu können“, sagt Karl-Heinz Strube. Das Portfolio verschiebt sich deutlich in Richtung Stabilität: Anleihen dominieren, Aktien werden nur noch als kleinere Beimischung eingesetzt, alternative Investments spielen eine untergeordnete, defensiv ausgerichtete Rolle.
Fazit: “Vermögen soll vor allem stabil bleiben; Erträge sollen verlässlicher und Schwankungen geringer sein.”