Vorarlberger Recyclingunternehmen expandiert nach Tschechien

Markt / 31.03.2026 • 16:54 Uhr
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Das tschechische Unternehmen ist in der Verarbeitung und dem Recycling von Nichteisenmetallen und der Produktion von Aluminiumlegierungen tätig. FA

Entsorgungsriese kauft sich mit 50 Prozent bei Metallverwertungsunternehmen ein.

Götzis, Kroměříž Loacker Recycling wurde vor 150 Jahren von Katharina Loacker gegründet. Sie sammelte Schrott im Rheintal, ein Geißbock zog ihren Karren – ihr “Markenzeichen” verhalf der Familie bald zum Hausnamen “Isabocker”. Was Katharina damals gegründet hat, ist heute eines der größten und leistungsfähigsten Recyclingunternehmen Europas und hat längst die Grenzen des Vorarlberger Rheintals überwunden. Loacker Recycling ist seit der Gründung bis heute ein Familienunternehmen, das zuerst in Vorarlberg wuchs und ab den 1990er-Jahren international expandierte.

Ein führender Player

Mittlerweile widmet sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Götzis als Komplettanbieter dem Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Wertstoffen und ist ein führender Player der europäischen Recycling-Branche. Die Loacker Recycling Gruppe betreibt heute rund 45 Betriebsstätten in acht Ländern und beschäftigt 1400 Mitarbeitende. Nun wächst das Unternehmen weiter.

Die Unternehmensgruppe steigt, das zeigt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in ihrer aktuellen Liste der Zusammenschlüsse bzw. der Firmen, die ihren Zusammenschluss angemeldet haben mit Datum 23. März 2026, beim tschechischen NE-Metallrecycler Saker ein. Mit 50 Prozent will sich das Vorarlberger Unternehmen an der Saker spol. s. r. o. mit Sitz in Kroměříž im Südosten Tschechiens beteiligen. Das Ansuchen befindet sich in Phase 1, also in Bearbeitung, die Freigabe durch die BWB steht demnach noch aus.

Vorarlberger Recyclingunternehmen expandiert nach Tschechien
Loacker Recycling ist inklusive der neuen Beteiligung nun in neun europäischen Ländern tätig. FA

Saker spol. s r.o. Kroměříž ist ein privates Unternehmen, das seit dem Jahr 1992 in der Verarbeitung von Eisen- und Nichteisenmetallen tätig ist und eines der führenden europaweit tätigen Unternehmen im Bereich der Verarbeitung und des Recyclings von Nichteisenmetallen und der Produktion von Aluminiumlegierungen in Tschechien ist, informiert das Unternehmen, das wie Loacker ein Familienunternehmen ist, das sich im Besitz der Familie Klement befindet.

Recycling von Buntmetallen

Das Kerngeschäft der Tschechen ist die Verarbeitung und das Recycling von Buntmetallen sowie die Vorbereitung von Lieferungen für die Verarbeitung in Hüttenbetrieben. Die Saker-Gruppe hat vier Betriebe in Tschechien und in der Slowakei, in denen laut Unternehmensangaben 200 Mitarbeitende beschäftigt sind. Der konsolidierte Jahresumsatz beträgt 100 Millionen Euro. Jedes Jahr investiert das Unternehmen Hunderte Millionen CZK in die Entwicklung, neue Technologien und in Ökologie.

Zudem betreibt Saker am Firmensitz in Kroměříž noch die Aluminiumgießerei Alusak und besitzt eine Minderheitsbeteiligung von zehn Prozent an dem slowakischen Unternehmen Saker s. r. o. mit Betriebsstätten in Košice, Vráble und Zohor, die 2020 ebenfalls an Loacker verkauft wurden, wie der Brancheninformationsdienst “Euwid Recycling und Entsorgung” berichtet. Wie Loacker und Saker gegenüber Euwid informieren, wollen die beide Eigentümer einen gleich hohen Betrag – eine Summe wurde nicht genannt – in das neue tschechische Gemeinschaftsunternehmen investieren. Mit den Geldern soll die Effizienz der Produktionsprozesse verbessert und das Angebot komplexer Dienstleistungen ausgebaut werden.

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Zentrale der Firmengruppe Loacker Recycling in Götzis. FA

Insgesamt werde durch den Zusammenschluss von Loacker und Saker die finanzielle Stabilität, die Geschäftsmöglichkeiten und die zukünftige Entwicklung des tschechischen Unternehmens gestärkt, erklären die beiden Firmen. Loacker bringe in das neue gemeinsame Unternehmen sein Know-how in Schrottverwertung, Prozess- und Finanzmanagement ein. Saker verfüge über Know-how in der Legierungsherstellung und im Schrotthandel und biete Zugang zum tschechischen Markt.