Auf 2000 Metern wird nicht mit der Meinung hinterm Berg gehalten

versus-Festival bringt auch heuer kontroverse Stimmen zusammen und fördert den Diskurs.
Schwarzach Bei der Premiere 2023 diskutierte ein buddhistischer Mönch mit einem ehemaligen Skirennläufer über Erfolg. Nun findet das “versus”-Festival am kommenden Freitag (10. April) bereits zum vierten Mal im Skigebiet Silvretta Montafon statt. Unverändert geblieben ist dabei der Fokus auf eine lebendige Diskussionskultur und das bewusste Zulassen konträrer Meinungen.

Pater, Journalist, Sexarbeiterin
Heuer stehen unter anderem der bekannte Kriegsreporter Paul Ronzheimer (“Bild”) und die Geopolitik-Expertin Velina Tchakarova auf der Bühne, um über Krieg und Frieden zu diskutieren. Pater Martin widmet sich gemeinsam mit der Sexarbeiterin Kristina Marlen dem Spannungsfeld von Sünde und Sitte. Und Unternehmer Stephan Zöchling debattiert mit der Grünen-Politikerin Nina Tomaselli darüber, ob Kapitalismus und Gerechtigkeit vereinbar sind.

Die Fragen sind grundlegend: Was gilt heute überhaupt noch als “richtig” und wer entscheidet das? Und was zählt am Ende mehr: die Wahrheit oder die bessere Geschichte? “Hier prallen unterschiedliche Welten aufeinander”, sagen die Veranstalter Verena Eugster (w3 create) und Florian Wassel (Towa). Genau das sei das Ziel: die Diskussionskultur zu fördern, analog zu Debattierklubs, in denen es gezielt um den Umgang mit kontroversen Argumenten geht.

Denn sie beobachten eine zunehmende Zurückhaltung in der öffentlichen Debatte. “Viele halten mit ihrer Meinung lieber hinter dem Berg. Man will gemocht werden, und wer heute klar Stellung bezieht, wird oft angefeindet.”
Meinungsstarke Persönlichkeiten
Bewusst in den Diskurs zu treten, sei heute deshalb wichtiger denn je. “Wir brauchen meinungsstarke Persönlichkeiten.”
versus Festival
10. April, Skigebiet Silvretta Montafon
Highlights
Krieg vs. Frieden (Paul Ronzheimer vs. Velina Tchakarova)
KI vs. Mensch (Bettina Ludwig vs. Gernot Blümel)
Regeln vs. Freiheit (Maximilian Lehner vs. Leonhard Dobusch)
Sünde vs. Sitte (Pater Martin vs. Kristina Marlen)
Identität vs. Migration (Ewa Ernst-Dziedzic vs. Laura Sachslehner)
Kapitalismus vs. Gerechtigkeit (Stephan Zöchling vs. Nina Tomaselli)