626.100 Euro für ein Einfamilienhaus in Vorarlberg

2025 wechselten insgesamt mehr Häuser den Besitzer, Preise sanken aber um 8,5 Prozent.
schwarzach Der Markt für Einfamilienhäuser hat im vergangenen Jahr deutlich angezogen – allerdings mit spürbaren regionalen Unterschieden. Österreichweit wechselten 2025 insgesamt 11.551 Einfamilienhäuser den Besitzer. Das entspricht einem Plus von 1739 Objekten beziehungsweise 17,7 Prozent gegenüber dem Jahr davor.
371 Häuser wechselten Besitzer
Auch in allen Bundesländern wurden mehr Häuser verbüchert. Während die Dynamik in Wien mit +31,7 Prozent oder Kärnten mit +24,3 Prozent besonders stark ausfiel, blieb das Wachstum in Vorarlberg vergleichsweise moderat: Hier lag das Plus bei lediglich 1,9 Prozent. Insgesamt wurden 317 Häuser verbüchert.
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Ein uneinheitliches Bild zeigt sich hingegen bei den Preisen. Österreichweit erreichte der Gesamtverkaufswert mit 4,57 Milliarden Euro (+17,8 Prozent) einen neuen Höchststand. Doch nicht überall sind die Preise gestiegen: In Vorarlberg etwa gingen sie im Jahresvergleich um 8,5 Prozent zurück.
Gerade im Westen ist die Ausgangslage allerdings eine andere als im Rest des Landes. Für ein Einfamilienhaus müssen Käufer hier im Schnitt mehr als 626.100 Euro bezahlen – während vergleichbare Objekte in Oberösterreich sowie in Ost- und Südösterreich im Durchschnitt unter 349.069 Euro kosten. Vereinfacht gesagt: Im Westen bekommt man für den Preis eines Hauses im Schnitt zwei im Osten.
Diese Schere ist historisch gewachsen. Bereits 2009 und 2010 kosteten Häuser im Westen etwa doppelt so viel wie im Osten und Süden. In den folgenden Jahren ging die Entwicklung weiter auseinander und erreichte 2021 ihren Höhepunkt: Damals waren „Westhäuser“ mit dem 2,8-Fachen beinahe dreimal so teuer. In den Jahren danach lag der Faktor bei 2,6 bis 2,7 – 2025 ist er nun wieder auf 2,4 gesunken.

Bestand vor Neubau
„Die Entwicklung am Einfamilienhausmarkt ist insgesamt sehr erfreulich. Die Mengendynamik im Jahr 2025 hat unsere Erwartungen sogar übertroffen“, sagt Bernhard Reikersdorfer von Remax Austria. Große Sprünge nach oben erwartet er allerdings nicht mehr. Gleichzeitig sorgen geopolitische Entwicklungen wie der Nahostkonflikt für steigenden Druck auf die Energiepreise. Das wirkt inflationstreibend und verteuert das Bauen spürbar. Vor diesem Hintergrund dürften vor allem Bestandsimmobilien weiter an Attraktivität gewinnen. „Die Rahmenbedingungen für Neubauprojekte werden sich hingegen weiter verschärfen.“