Bregenzer Strumpfhersteller blieb auch 2025 in der Abwärtsspirale

Markt / 28.04.2026 • 16:17 Uhr
Bregenzer Strumpfhersteller blieb auch 2025 in der Abwärtsspirale
Das Bregenzer Unternehmen zählt trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation immer noch zu den technischen Innovationsführern in der Branche. Fa/Todorovic

Tiefrote Zahlen auch im vergangenen Jahr. Weltbekanntes Skinwear-Unternehmen konnte sich nur in wenigen Bereichen verbessern.

Bregenz Für den Vorarlberger Strumpf- und Unterwäscheerzeuger ist es die letzte Bilanz, die er am Standort Bregenz legen wird. Wie bekannt ist, wird das Unternehmen Ende des Jahres seinen Stammsitz im Vorkloster verlassen, man mietet sich andernorts in geeignete Produktionsstandorte ein, informierte vor wenigen Tagen Ralf Polito, Vorstandsmitglied und COO der Wolford AG, ohne konkret zu werden.

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Das Textilunternehmen, das in den 1990er Jahren mit der “Lady Aktie” zu einem Höhenflug an der Wiener Börse anhob und über 1000 Mitarbeitende im Land beschäftigt hat, zählt derzeit noch rund 150 Mitarbeiter und konnte auch im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Sturzflug nicht abbremsen, wie die tiefroten Zahlen zeigen. Der Umsatz reduzierte sich um 14 Prozent auf rund 76 Millionen Euro. Der Verlust stieg gegenüber dem Jahr zuvor nochmals um rund 5,6 Millionen Euro auf 57,25 Millionen Euro. Lediglich beim Betriebsergebnis (EBIT) erzielte das Textilunternehmen mit einem Minus von 40,16 Millionen Euro eine leichte Besserung, nach minus 42,63 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Nettoverschuldung stieg von 84,25 Millionen Euro auf 119,19 Millionen Euro.

Bregenzer Strumpfhersteller blieb auch 2025 in der Abwärtsspirale
Das Netz der eigenen Boutiquen wurde nach schonungsloser Kosten-Nutzen-Rechnung bereits umgebaut und erzielte ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich. FA

Und das trotz der eingeleiteten Maßnahmen in praktisch allen Bereichen des Unternehmens. Im Retail- und Outlet-Bereich verzeichnete Wolford einen Rückgang um 27 Prozent. Das Sortiment wurde bereinigt, nicht profitable Geschäfte geschlossen. Das noch vergleichbare Filialnetz des Wäscheherstellers erzielte hingegen ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, heißt es im Geschäftsbericht. “Das Management nahm die Lieferantenbeziehungen wieder aktiv auf, setzte klare Prioritäten in Betrieb und Produktion und schärfte Entscheidungsbefugnisse – um eine strikte finanzielle Kontrolle sicherzustellen”, teilte dazu der Vorstand des Unternehmens in der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung mit.

Mehrheitsaktionär sprang ein

Im Retail- und Outlet-Bereich verzeichnete Wolford einen Rückgang um 27 Prozent nach unten. Das Sortiment wurde bereinigt, nicht profitable Geschäfte geschlossen. Diese teils radikalen Maßnahmen verhinderten aber nicht, dass sich das Ergebnis im Gesamtwirtschaftsjahr gegenüber 2024 weiter verschlechterte.

Ein Darlehen sowie eine Kapitalerhöhung um knapp über 25 Millionen Euro durch den Mehrheitsaktionär Fosun Group im Sommer 2025 hielten das “noch” in der Modewelt bekannte Unternehmen über Wasser – dadurch haben sich, so der Vorstand, die operativen Abläufe verbessert. Der chinesische Hauptaktionär hält derzeit 74,7 Prozent der Wolford-Aktien, der deutsche Privatinvestor Ralph Bartel mit Wohnsitz in der Ostschweiz hält etwa 20,2 Prozent der Inhaberaktien. Allerdings konnten die Maßnahmen nicht verhindern, dass sich die Zahlen im Gesamtjahr gegenüber dem Jahr zuvor weiter verschlechterten. In der zweiten Jahreshälfte 2025 stabilisierten sich Unternehmensangaben zufolge die operativen Abläufe schrittweise. Die Lieferfähigkeit und Liefertreue verbesserten sich. Sowohl bei Großhandelspartnern als auch bei Endkunden und Endkundinnen kehrte laut dem Vorstand die positive Dynamik zurück.