“Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen” – der Muttertag ist im Wandel

Markt / 06.05.2026 • 11:11 Uhr
"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Sybille Urban von Waibel Floristik mit einem schönen Hortensienstrauch.VN/DJSHOM


Zwischen Tulpen, Kräutern und Zitronenbäumen verändert sich das Kaufverhalten am Muttertag. Nachhaltigkeit ist auch hier spürbar.

Darum geht’s:

  • Nachhaltigkeit und Regionalität prägen den Muttertags-Blumenmarkt.
  • Muttertag bedeutet heute oft Balkon- statt Schnittblumen.
  • Jüngere und familiäre Kundschaft am Muttertag.

MÄDER In den Vorarlberger Gärtnereien laufen die letzten Vorbereitungen vor Muttertag. Volle Wagenladungen mit Blumen werden angeschnitten, Töpfe hübsch platziert, dazwischen finden Vasen einen stolzen Platz und mittendrin steckt der Gedanke der Nachhaltigkeit. Denn eines wird schnell klar: Der klassische Rosenstrauß hat Konkurrenz bekommen. “Am Muttertag ist der Strauß zwar modern, aber es werden immer mehr Balkonpflanzen geschenkt, so wie es die Mama gerne hat”, sagt Floristin Sybille Urban. Sie leitet die Floristikabteilung und kennt das Kaufverhalten ihrer Kunden.

"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Gerbera werden inzwischen drahtlos angeboten. VN/DJSHOM

Was früher oft klar vorgegeben war, ist heute individueller. Kundinnen und Kunden kommen mit konkreten Vorstellungen oder lassen sich bewusst treiben. Manche greifen zum fertig gebundenen Strauß, andere bestellen im Voraus ganz gezielt: eine Lieblingsblume hier, eine besondere Farbe dort. “Das ist ganz unterschiedlich. Von schnell mitnehmen bis ganz persönlich gestalten ist alles dabei”, beschreibt Urban den Alltag.

Regionalität ist ein großes Thema

Auffällig ist ein Trend, der auch in anderen Bereichen spürbar ist: die Nachfrage nach regional produzierten Pflanzen. Gerade bei Tulpen oder Kräutern greifen viele bewusst zu Ware aus eigener Produktion. “Die Leute fragen gezielt nach, ob das unsere Tulpen sind und nehmen dann genau diese mit”, sagt Urban.

"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Roland Längle aus Altach kauft einen fertig gebundenen Strauß für seine Schwester. VN/DJSHOM

Dieses Vertrauen in Herkunft und Qualität spielt eine immer größere Rolle, auch wenn der Preis weiterhin ein Thema bleibt. Während bei Schnittblumen auf ein breites Sortiment und leistbare Angebote geachtet wird, darf es bei größeren Pflanzen durchaus etwas mehr sein. “Wenn es zur Wohnung oder zur Terrasse passt, dann gönnen sich viele auch etwas mehr”, so die Floristin.

Vom Blumenstrauß zum Terrassentopf

Der Muttertag endet längst nicht mehr beim Blumenstrauß. Gerade im Mai verschiebt sich der Fokus nach draußen: Beet- und Balkonpflanzen liegen im Trend. Hortensien, Oliven- oder Zitronenbäume werden zu Geschenken, die bleiben und mitwachsen. Topfpflanzen sind daher besonders nachhaltig, denn sie bringen jahrelang blühende Freude.

"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Mehrjährige Stauden wie diese Skabiose bringen zu Muttertag Freude in den Garten. VN/DJSHOM

“Viele Kinder schenken gemeinsam etwas Größeres, das man später in den Garten oder auf die Terrasse stellen kann”, sagt Sybille Urban. Es gehe nicht nur um den Moment, sondern auch um etwas Dauerhaftes.

Preise im täglichen Wandel

Dass Blumen rund um den Muttertag teurer wirken, hat einen einfachen Grund: Die Preise werden international gehandelt und können sich täglich ändern. Bei Waibel Floristik setzt man dennoch auf Konstanz – zumindest bei einem Klassiker. “Unsere Rosen haben das ganze Jahr denselben Preis, egal ob Valentinstag oder Muttertag”, betont Urban.

"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Violetta Maric aus Widnau hat sich einen individuellen Strauß binden lassen. VN/DJSHOM

Stärkster Umsatztag im Jahr

Wirtschaftlich bleibt der Muttertag einer der stärksten Tage im Jahr – noch vor dem Valentinstag. Während im Februar vor allem Schnittblumen dominieren, bringt der Mai zusätzlich das Geschäft mit Pflanzen in Schwung.

Auch die Kundschaft unterscheidet sich: jünger und spontaner am Valentinstag, familiärer und oft gemeinschaftlich organisiert am Muttertag. “Da steht einfach die Mama im Mittelpunkt”, sagt Urban.

Individualität ist das Geheimnis

Um wirtschaftlich stabil zu bleiben, setzt der Betrieb auf Vielfalt: von individuell gebundenen Sträußen über Hochzeits- und Trauerfloristik bis hin zu Eigenproduktion und Verkauf im Handel. “Wir sind breit aufgestellt – das ist heute entscheidend”, so Urban.

"Früher Schnittblumen, heute Topfpflanzen" – der Muttertag ist im Wandel
Orchideen sind immer ein Hingucker. VN/DJSHOM

Und auch im Alltag zeigt sich: Blumen sind längst nicht nur ein Geschenk für besondere Tage. “Es gibt Kunden, die kommen jede Woche und gönnen sich einen kleinen Strauß fürs Wochenende”, erzählt sie.

Vielleicht ist genau das der stärkste Trend: Blumen werden persönlicher – und ein Stück Alltag.