Multifunktional: Genuss, Information und Austausch in neuem Café

Markt / 11.05.2026 • 17:06 Uhr
Multifunktional: Genuss, Information und Austausch in neuem Café
Ein Kaffeehaus in der Shopping-Mall: Das Dornbirner Architekturunternehmen Studio Nenning hat in nur zwei Wochen für die Gestaltung und Umsetzung gesorgt. VN/Steurer

Bekannter Vorarlberger Kaffeeröster eröffnet im Messepark sein drittes Café: Das Unternehmen will sein Angebot breitem Konsumentenkreis in idealem Umfeld präsentieren.

Dornbirn Blau ist nicht die typische Farbe, wenn es sich um die Präsentation von hochqualitativem Kaffee handelt – umso mehr macht ein ganz in Blau gehaltenes Café, wie es der Dornbirner Architekt Bastian Nenning binnen kürzester Zeit entworfen und umgesetzt hat, neugierig. Mit dem “blauen Café”, das vor Kurzem im Dornbirner Messepark eröffnete, hat Florian Amann vom gleichnamigen Vorarlberger Kaffeeröster schon nach wenigen Tagen große Freude. Denn das Café habe sich aus dem Stand zu einem Lieblingsplatz für Kaffee-Fans entwickelt, berichtet Amann im Gespräch mit den VN.

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Florian Amann will nicht nur perfekten Kaffee anbieten, sondern sieht im neuen Café einen idealen Ort, um mit Kunden zu kommunizieren und für das Produkt Kaffee zu werben. VN/Steurer

Das Café im Messepark ist das dritte, das von Amann Kaffee betrieben wird. Nach dem Café in der Lustenauer Firmenzentrale und dem Postgarage Café in Dornbirn habe man sich dazu entschieden, auch im Messepark ein Café zu eröffnen – und das erfüllt gleich mehrere Anforderungen: “Wir können im Café unsere Expertise zeigen, indem wir den Kaffee so zubereiten, wie er perfekt ist.” Zudem könne man im Café auch Sondereditionen präsentieren, so der Kaffeeexperte zum neuen Café, das quasi ein Gastronomiebetrieb ist, der auch Kundenbindung und Marktforschung möglich macht. Solche Cafés könne er sich auch in anderen Shopping-Malls vorstellen. Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht, betont er.

Mehrere Standbeine

Amann ist die bekannteste und beliebteste Kaffeemarke im Land. Doch Größe und Bekanntheit seien relativ, wie Florian Amann betont: Denn das Unternehmen, das seine Produktion in Schwarzenberg in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gerade auf neuesten Stand gebracht hat, sei im Mittelsegment angesiedelt, was es nicht einfach mache. Im Vergleich zu den großen internationalen Marken sei man ein Winzling und verglichen mit den kleinen Röstereien schon wieder groß, erklärt der Kaffeespezialist. Hier müsse man im Wettbewerb seinen Platz finden.

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Im neuen Standort im Dornbirner Messepark werden auch Raritäten und Sonderprodukte vorgestellt und verkauft. Die bekannten Produkte gibt es im Einzelhandel. VN/Steurer

Das tut Amann Kaffee auf verschiedenen Wegen: Zum einen werden die klassischen Röstungen im Lebensmittelhandel angeboten, zum anderen bietet Amann für Kaffee-Aficionados ausgesuchte Raritäten an und bietet auch Barista-Kurse an. Amann Kaffee ist in der Vorarlberger Gastronomie gut verankert und in der Stadt Zürich mit “Stoll Kaffee” sogar Marktführer. Außerdem bietet Amann mit der Marke “Beanie” ein Service für die Firmen-Kaffeeversorgung. “Wir haben auch immer ein Auge auf die Branche. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in den Regionen, in welchen wir tätig sind, eine Rösterei übernehmen”, so Florian Amann. Bis sich was ergibt, wird der Vertrieb gestärkt – Potenzial sieht er neben dem Stammmarkt Vorarlberg in den Bundesländern Tirol, Salzburg und Kärnten sowie in Süddeutschland.

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Ein Baustein im breiten Programm des Kaffeerösters sind die zusammen mit Alpla entwickelten kompostierbaren Kaffeekapseln. Probierkapseln gibt es im Café. VN

Derzeit hat die ganze Branche inklusive Amann andere Sorgen. Vor allem die geopolitischen Auswirkungen auf den Kaffeemarkt sowie die Herausforderungen aufgrund des Klimawandels und einer neuen Gewichtung der Märkte fordern die Kaffeeröster. Für Unternehmen in der Größe von Amann werde es zusehends schwieriger, den Rohkaffee zu bekommen. Das liege daran, dass Asien beim Kaffeeverbrauch rasant aufholt und die Produzenten lieber dorthin liefern – auch weil in Europa immer mehr Bürokratie den Import schwierig mache. “Die Produzenten verstehen das nicht. Für sie ist das ein Zeichen der Arroganz Europas”, berichtet Amann von seinen Gesprächen mit Kaffeebauern. “Hätten wir nicht langjährige Produzentenfamilien, wäre es schwierig, genug Rohkaffee zu bekommen”, erklärt er. Genug – das sind im Falle von Amann rund eine Million Kilo Rohkaffee. Wie die verschiedenen Sorten und Terroirs schmecken? Das kann man im neuen Café verkosten.