Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben

Markt / 15.05.2026 • 13:24 Uhr
Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Elke Bereuter-Hehle ist seit 40 Jahren in der Busbranche aktiv, nach wie vor mit großer Freude.Roland Paulitsch

Branche profitiert von anhaltender Reiselust. Treibstoffpreis führt aber zu Aufschlägen.

Lochau “Auch nach 40 Jahren macht mir mein Beruf unglaublich viel Spaß”, sagt Elke Bereuter-Hehle (59), Geschäftsführerin von Hehle Reisen. Mit Begeisterung begleitet sie ihre Kunden als Reiseleiterin mit dem Bus durch Europa – zuletzt bei einer Wanderreise auf Elba.

Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Hehle Reisen hat den Sitz in Lochau. Heuer wird das 60-Jahr-Jubiläum begangen.Roland Paulitsch

In der Hochsaison

Mai und Juni sowie September und Oktober seien für sie und ihr Team Hochsaison. “Nach dem Winter sehnen sich viele nach Sonne und Gesellschaft.” Gerade der soziale Aspekt spiele seit der Coronapandemie eine noch stärkere Rolle. “Dass wir als Busunternehmen das Gemeinschaftsgefühl stärken, ist unser großes Plus”, ist sich die Unternehmerin und Sprecherin der Busunternehmen in Vorarlberg sicher.

Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Die Sprecherin der Busbranche besitzt auch selbst den Busführerschein.Roland Paulitsch

Für ihren eigenen Betrieb und die Branche insgesamt beobachtet sie weiterhin großen Zuspruch. “Die Kunden sind nach wie vor reiselustig. Sie wollen sich etwas gönnen und finden in Vorarlberg ein tolles Angebot, mit starken Unternehmen und hoher Qualität bei den Bussen. Aber wir müssen uns schon anstrengen. Eine konstant hohe Qualität zu bieten, ist mit viel Einsatz verbunden.”

Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Jedes Jahr wird ein umfangreiches Reiseangebot zusammengestellt.Roland Paulitsch

Jeder Anbieter habe inzwischen seine Schwerpunkte gefunden: Wander-, Rad-, Yoga-, Wellness- oder Kulturreisen ebenso wie Einkaufsfahrten oder Städtetrips. “Wir haben innerhalb der Branche ein sehr gutes Miteinander”, betont Bereuter-Hehle.

Für Busreisen spreche derzeit auch die geopolitische Lage. “Die Unsicherheit im Nahen Osten sowie die Politik in den USA halten viele von Fernreisen ab. Wenn sie Urlaub machen, dann derzeit vor allem in Europa.”

Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Bequemes Reisen und die Gemeinschaft seien die Hauptargumente für Busreisen.Roland Paulitsch

Wermutstropfen Dieselpreis

Einziger Wermutstropfen sei der hohe Dieselpreis. Dieser führe dazu, dass Busreisen etwas teurer würden. “Wenn jemand bereits im November gebucht hat, müssen wir nun im Nachhinein einen Zuschlag berechnen.” Immerhin könnten die Mehrkosten auf viele Schultern verteilt werden. Je nach Strecke und Anzahl der Fahrgäste lägen die Aufschläge derzeit zwischen fünf und 30 Euro. Monatlich werde neu evaluiert.

“Bei einer Elba-Reise, die 1000 Euro kostet, liegt der Dieselaufschlag bei 15 Euro. Gerne tun wir das nicht, weil wir langjährige und gute Beziehungen zu unseren Kunden haben. Aber wir als kleines Unternehmen haben heuer Mehrkosten aufgrund des höheren Dieselpreises von 50.000 bis 60.000 Euro. Das können wir nicht alleine stemmen.” Für die Situation hätten die Kunden aber durchaus Verständnis.

Warum Busreisen trotz Dieselpreis derzeit viel Zuspruch erleben
Auch die Mehrkosten durch den hohen Dieselpreis könne man in einem Bus auf mehreren Schultern verteilen.Roland Paulitsch

Busfahrer würden in der Branche weiterhin gesucht. “Einen Reisebus an die schönsten Orte Europas zu lenken, ist ein schöner Beruf”, hofft Bereuter-Hehle, auch junge Menschen für den Job begeistern zu können. Sie selbst besitzt ebenfalls den Busführerschein, springe aber nur ein, wenn Not am Mann sei. Dafür sei sie regelmäßig als Reiseleiterin mit dabei. “Die Freude der Kunden zu sehen, ist auch für mich eine große Freude.”

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

“Wir tun viel dafür”

Die Zukunft der Branche sieht die Unternehmerin positiv, auch weil sich der Kundenkreis seit Corona deutlich verjüngt habe. “Bei uns hat die Pandemie einen Schub von minus zehn Jahren gebracht. Die Menschen schätzen es, bequem an einen schönen Ort zu reisen. Aber wir tun auch viel dafür.” Letztlich, so Bereuter-Hehle, sei es wie in einem Restaurant: Wenn Essen und Freundlichkeit nicht stimmen, nützt auch die beste Aussicht nichts.”