Wenn Forschung und Wirtschaft Hand in Hand gehen

Markt / 22.05.2026 • 10:30 Uhr
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Doktorandin Lena Nigsch im neuen Transferzentrum für Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie, an dem auch das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik beteiligt ist. Universität Innsbruck

Neue VN-Serie: Forschungskompetenzen nutzen. Das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck und weitere Institute erarbeiten neue Lösungen mit Vorarlbergs Unternehmen.

Dornbirn Innovation entsteht dort, wo Forschung und Praxis zusammenwirken. Gerade regionale Forschungseinrichtungen sind dabei wertvolle Partner für Vorarlbergs Unternehmen. Die nun startende Serie zeigt, wie sich diese Zusammenarbeit gestaltet und welche marktfähigen Anwendungen daraus entstehen können. Bereits seit vielen Jahren steht das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck mit Sitz in Dornbirn beispielhaft dafür, wie akademische Forschungsexzellenz und unternehmerische Praxis erfolgreich ineinandergreifen. Das Forschungsinstitut ermöglicht heimischen Unternehmen und Einrichtungen den unmittelbaren Zugang zu universitärer Spitzenforschung in den Bereichen Textil-, Faser- und Polymerchemie.

Gesamte Textilbranche

So entstanden Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit vielen Textil- und Bekleidungsunternehmen in Vorarlberg. “Unsere Forschungsthemen entstehen häufig aus Anfragen von Unternehmen”, sagt Tung Pham, Leiter des Instituts. “Ein wesentlicher Fokus der kooperativen Forschung liegt somit in der Überführung und Verwertung der Resultate in der Wirtschaft.” Die Zusammenarbeit mit der REZI Microfaserprodukte GmbH zur Entwicklung antimikrobieller Hygienetücher zeigt dies eindrucksvoll. “Der Austausch mit den Forschenden eröffnet uns immer wieder neue Blickwinkel auf bestehende Produkte und zukünftige Marktpotenziale. Besonders wertvoll ist dabei die Fähigkeit des Instituts, Forschung praxisnah und innovationsorientiert in wirtschaftlich relevante Lösungen zu übersetzen”, sagt Patrick Bertsch, Geschäftsführer von REZI. “Die gemeinsamen Projekte im Rahmen von FFG-Förderungen und Innovationsschecks haben nicht nur zu neuen Produkten, sondern auch zu einem Patent geführt.” Die Vernetzung mit Vorarlberger Einrichtungen reicht jedoch viel weiter. So wurde gemeinsam mit der Juppenwerkstatt an den Verfahrensgrundlagen der traditionellen Herstellung der Wälder Juppe geforscht und mit dem Museum Bezau die Zusammensetzung der Stempelfarbe bei der Musterzeichnung für das Handsticken untersucht.

Zahlreiche Ausgründungen

Die Erfolge ehemaliger Forscherinnen und Absolventen des Instituts haben zu zahlreichen Spin-offs in den Bereichen “naturnahe, funktionale und technische Textilprodukte” geführt. Erfolgreiches Beispiel ist Texible, das sich eine technologisch führende Position erarbeitet hat. Verschiedenste Techniken zur Kombination elektrisch leitender Materialien mit Textilien wurden bis zur Produktreife weiterentwickelt und werden heute zur Herstellung zahlreicher Produkte eingesetzt – etwa für Sensortextilien, zur Druckmessung oder für Sicherheitsbekleidung. Im jungen Unternehmen “mamba” werden außerdem komplett neue Werkstoffkonzepte für Skifelle entwickelt. Auch die im Spin-off “piColor” entwickelten pflanzenbasierten Siebdruckfarben ohne Plastik gehen auf Forschungsarbeiten des Instituts zurück.

Kompetenzfeld Lebensmittel

Aufbauend auf den erfolgreichen Aktivitäten wurde zudem eine Forschungsgruppe im Bereich Lebensmittelchemie und -technologie eingerichtet. Dabei wurden insbesondere in den Bereichen pflanzliche Proteine, Verpackung und funktionale Extrakte gezielt Kompetenzen aufgebaut. Mit derzeit 20 Mitarbeitenden ist das Forschungsinstitut international stark vernetzt und an mehreren Forschungsprojekten in den Bereichen fortschrittliche Materialien, Energie und Nachhaltigkeit beteiligt. “Die direkte Anbindung an akademische Forschung auf höchstem Niveau verschafft den hier ansässigen Unternehmen wichtige Impulse und stärkt den Standort Vorarlberg”, so Tung Pham abschließend.