Hier ziehen jene Menschen ein, die Vorarlberg dringend braucht

Mit dem Dorohaus und dem Markthaus entstehen in Dornbirn zwei neue Häuser für Fachkräfte, die beruflich nach Vorarlberg kommen.
Dornbirn Die Gewinnung von Fachkräften entscheidet sich zunehmend nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch auf dem Wohnungsmarkt. Wer aus einem anderen Bundesland oder aus dem Ausland zum Arbeiten nach Vorarlberg zieht, braucht vor allem eines: eine Wohnung, in der vom ersten Tag an alles funktioniert – möglichst ohne großen organisatorischen Aufwand.

Möblierte, arbeitsnahe Wohnungen
Genau hier setzt das Dornbirner Unternehmen PIZ an. Gründer Thomas Gabriel hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fachkräften aus Medizin, Wissenschaft, Technik und Verwaltung sowie Führungskräften, Berufseinsteigern und Pendlern arbeitsnahe, möblierte Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Menschen also, die für einige Monate oder auch länger aus beruflichen Gründen nach Vorarlberg kommen. Die Grundidee: Das Ankommen erleichtern, damit sich Fachkräfte rasch orientieren, Anschluss finden und erfolgreich in ihren neuen Job starten können.

Startschuss vor sechs Jahren
Das erste PIZ-Projekt entstand vor sechs Jahren mit dem Schorenhaus in Dornbirn. 2023 folgte das Walgauhaus in Nüziders, 2025 das Luduhaus in Ludesch. Aktuell entstehen in der Dornbirner Zollgasse zwei weitere Gebäude mit insgesamt 67 Wohnungen und Apartments: das Markthaus und das Dorohaus.

Für Julia Hammerer, die bei PIZ als Geschäftsleiterin den Bereich Fachkräfte-Wohnen verantwortet, beginnt unkompliziertes Ankommen bereits vor dem Einzug. „Interessenten kontaktieren uns, füllen zunächst einen Fragebogen aus und werden anschließend zu einem persönlichen digitalen Gespräch eingeladen. Viele unserer Mieter lernen wir nie persönlich kennen.“ Dem Team sei wichtig, dass neue Bewohner gut ins Haus und zur Gemeinschaft passen.

Auch beim Einzug selbst setzt PIZ auf digitale Abläufe. Über einen Code können neue Bewohner ihren Schlüsselchip entnehmen. Die Wohnungen sind vollständig möbliert, im Mietpreis sind zudem Betriebskosten wie Strom, Wasser und WLAN pauschal enthalten.

„Es ist ein kuratiertes Wohnen“, sagt Hammerer. Die Wohnungen seien gezielt auf die Bedürfnisse berufstätiger Mieter zugeschnitten. „Wir gestalten den Wohnraum explizit für Fachkräfte und wissen, was sie brauchen.“ Die Bewohner suchen einerseits einen Rückzugsort, andererseits seien kompakte Wohnflächen oft ausreichend. „Alle haben ähnliche Lebensbedürfnisse, auf die wir konkret eingehen.“

Wohnen auf Zeit
Was alle PIZ-Häuser mit ihren insgesamt rund 130 Wohnungen verbindet, sind eine gute Lage, eine hochwertige Ausstattung, digitale Prozesse sowie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Das Angebot ist bewusst als Wohnen auf Zeit konzipiert, icht als Dauerlösung für alle Lebensphasen.

Die Mieter bleiben meist zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die Aufenthaltsdauer hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. „Die einen kommen für einen Forschungsauftrag ins Land oder für ein Praktikum, andere ziehen im Idealfall später in eine klassische Wohnung und bleiben langfristig in der Region“, erklärt Hammerer.

In der Zollgasse laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren. Der Innenausbau schreitet voran, bereits im September sollen die ersten Bewohner einziehen. Das Markthaus mit seiner roten Holzfassade wird 1-Zimmer-Apartments beherbergen, das Dorohaus 2-Zimmer-Wohnungen. Alle Einheiten verfügen über Balkon oder Terrasse. Hinzu kommen Tiefgarage sowie Abstell- und Waschräume.

Chance, dass sie bleiben
Weitere Projekte sind für PIZ durchaus denkbar. Denn von einem Trend ist Julia Hammerer überzeugt: „Die Wohnfrage wird für Unternehmen in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Wohnen ist längst Teil des Recruiting-Prozesses geworden.“ Und je schneller sich Menschen in ihrer neuen Umgebung wohlfühlen, desto größer sei die Chance, dass sie bleiben.

