“Die schönste Form der Integration”

Karriereplattform zur beruflichen Ausbildung von Migranten: Über 150 Teilnehmer bei Veranstaltung in Dornbirn.
Dornbirn Das Dornbirner Fair Motel konnte am Donnerstag besondere Gäste begrüßen. Statt Geschäftsreisenden, die sich beim Beherbergungsbetrieb im Wallenmahd gerne einbuchen, waren es diesmal in zwei Beratungsrunden über 150 Migranten, die sich nach dem Motto “Deutsch lernen und Arbeit finden” im Veranstaltungssaal des Motels eingefunden haben. Sie lernen schon Deutsch oder können unsere Sprache bereits, jetzt suchen sie einen guten Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz in Vorarlberg.
Großes Interesse
Und trotz der angespannten Arbeitsmarktsituation, die auch in Vorarlberg Spuren hinterlassen hat, ist das Interesse gegenseitig: Denn Vorarlberger Firmen suchen nach wie vor Lehrlinge und Mitarbeitende, die oft schon in ihren Heimatländern eine Ausbildung gemacht haben und jetzt hier nicht darauf warten wollen, bis sich zufällig eine Chance auf Arbeit ergibt. “Das ist die schönste Form der Integration”, freute sich der noch knapp einen Monat amtierende Landesrat Daniel Allgäuer, der auch für den Bereich Integration zuständig ist, über das große Interesse an der Veranstaltung. An seiner Seite: Nachfolger Markus Klien, der sich auf das Amt als Landesrat vorbereitet und den hohen Andrang an arbeitsinteressierten Migranten wie Allgäuer positiv sah.

Veranstaltet wurde die Karriereplattform vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), einem Fonds der Republik Österreich, der eine Reihe von Integrationsangeboten anbietet, darunter vertiefende Integrationskurse, Exkursionen zu kulturellen Einrichtungen sowie Seminare zu Themen wie Bildung, Gesundheit und Gewaltprävention, erklärt der Geschäftsführer des ÖIF, Franz Wolf. Einer der aktuellen Schwerpunkte ist es, Migranten mit Sprachunterricht in all seinen Formen als Voraussetzung für die Integration im Gastland, in diesem Fall Vorarlberg, fit zu machen. “Wir haben jetzt auch Dialekte im Sprachunterricht”, erklärt ÖIF-Sprecher Philipp Meßmer, und obwohl es daran Kritik gab, sei es ein geeignetes Werkzeug, um schneller mit Land und Leuten ins Gespräch zu kommen.
Andrang war groß
Den arbeits- und lernbegierigen Besuchern der Karriereplattform stehen Mitarbeiter bekannter Vorarlberger Firmen Rede und Antwort, z. B. des größten Arbeitgebers des Landes, des Beschlägeherstellers Blum, aber auch des größten Gastronomieunternehmens im Land, McDonald’s, oder des Speditionsunternehmens Otto Bischof. Der Andrang bei den Infostationen der Firmen war groß, so erwartet sich McDonald’s-Franchisenehmer Loek Versluis nach den Gesprächen auch, dass aus den Startgesprächen tatsächlich Arbeitsverhältnisse entstehen. Ebenso Elke Böhler vom Logistikunternehmen Bischof, die neben Lehrstellen auch Arbeitsverhältnisse für Quereinsteiger im Angebot hat.

Die Teilnehmer haben aber nicht nur den direkten Kontakt zu möglichen Arbeitgebern aufgebaut, sie konnten auch weitere Services des Integrationsfonds nutzen. So erhielten sie Hilfe bei der Erstellung ihres Lebenslaufs, auch eine Fotografin war zur Stelle, um auf Wunsch ein entsprechend aussagekräftiges Foto für die Bewerbung zu schießen. Die Karriereplattformen des ÖIF finden regelmäßig statt – z. B. auch mit dem Schwerpunkt Pflegeberufe.