Franz Schellhorn beim Vorarlberger Wirtschaftsforum: Wer zahlt die Rechnung von morgen?

Der Direktor von Agenda Austria spricht über die Finanzierung des Staates und die Folgen für kommende Generationen.
Bregenz Die österreichische Wirtschaft steht vor einer Reihe von Herausforderungen: schwaches Wachstum, hohe Staatsausgaben, steigende Schulden und ein zunehmender Druck auf Unternehmen. Gleichzeitig werden die Spielräume für politische Entscheidungen enger. Die Frage, wie Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Sicherheit langfristig gesichert werden können, beschäftigt längst nicht mehr nur Experten, sondern auch Unternehmerinnen und Unternehmer, Arbeitnehmer sowie die junge Generation.

Termin: 12. November 2026
Genau diesen Themen widmet sich das Vorarlberger Wirtschaftsforum, das am 12. November im Festspielhaus Bregenz über die Bühne geht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schwerpunkte Innovation, Künstliche Intelligenz, Politik und Finanzen – Bereiche, die derzeit maßgeblich darüber entscheiden, wie sich der Wirtschaftsstandort Österreich entwickelt.

Einer der Hauptredner ist der Ökonom Franz Schellhorn. Der Direktor des unabhängigen Thinktanks Agenda Austria zählt seit Jahren zu den profiliertesten Stimmen der wirtschaftspolitischen Debatte im deutschsprachigen Raum. Bekannt ist er nicht zuletzt durch seine klaren Analysen und seine Bereitschaft, auch unbequeme Fragen zu stellen.
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Wie finanziert sich der Staat?
Sein Vortrag trägt den Titel “Wirtschaftspolitik auf Rechnung. Wir zahlen später.” Darin beschäftigt sich Schellhorn mit einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: der Finanzierung des Staates und den Folgen für kommende Generationen. Seine Diagnose fällt deutlich aus. Österreich verfüge über die dritthöchsten Staatseinnahmen der Eurozone, gleichzeitig aber über eines der höchsten Defizite. Die Ursache sieht er weniger in fehlenden Einnahmen als vielmehr in strukturellen Problemen auf der Ausgabenseite.

Aufgeschobene Reformen
Schellhorn argumentiert, dass Reformen in zentralen Bereichen wie Pensionen, Gesundheit und Förderungen seit Jahren aufgeschoben werden. Die Konsequenz seien steigende Schulden und eine Belastung, die zunehmend an jüngere Generationen weitergegeben werde. Seine zentrale Frage lautet daher: Wie lange kann sich ein Staat leisten, über seine Verhältnisse zu leben – und welche Auswirkungen hat das auf Unternehmen, Beschäftigte und den Wirtschaftsstandort?

Der 53-Jährige kennt wirtschaftspolitische Zusammenhänge nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive. Nach einer Bankausbildung studierte er an der Wirtschaftsuniversität Wien und arbeitete anschließend 15 Jahre für die Tageszeitung “Die Presse”, zuletzt als Leiter des Wirtschaftsressorts und Mitglied der Chefredaktion. Seit 2013 steht er an der Spitze von Agenda Austria.

Deep Dives vertiefen die Themen
Neben den Keynotes bietet das Vorarlberger Wirtschaftsforum auch sogenannte Deep Dives, in denen zentrale Themen in kleinerem Rahmen vertieft werden. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen nicht nur zu beleuchten, sondern auch konkrete Fragen und unterschiedliche Perspektiven zu diskutieren.

Wer verstehen möchte, welche wirtschaftspolitischen Entscheidungen die kommenden Jahre prägen werden und welche Konsequenzen sie für Vorarlberg und Österreich haben könnten, erhält beim Wirtschaftsforum Gelegenheit dazu. Die Diskussion über die Rechnung von morgen hat jedenfalls längst begonnen.
Vorarlberger Wirtschaftsforum 2026, 12. November im Festspielhaus Bregenz. Mehr Informationen und Tickets unter: wirtschaftsforum.vn.at