Urlaub als Investment: Gregor Hoch bringt Anleger und Hotels zusammen

Lecher Hotelier startet mit zwei Mitinitiatoren ein neues Investmentmodell für den Tourismus.
Lech Seit mehreren Jahren begleitet und berät Gregor Hoch neben seiner Tätigkeit als Hotelier am Arlberg (Hotel Sonnenburg, Oberlech) Tourismusunternehmen bei Controlling-, Optimierungs- und Finanzierungsfragen. So entstand auch die Zusammenarbeit mit we-are.travel, einer Plattform, die in der Vermarktung von Urlaubsgutscheinen aktiv ist.
Kapital und Hotellerie
Nun hat Hoch gemeinsam mit den we-are.travel-Geschäftsführern Andreas Schabel und Gerhard Sperrer ein neues Investmentmodell entwickelt, um eine Brücke zwischen Kapitalmarkt und Hotellerie zu schlagen. “Weil die Bankenlandschaft durch immer strengere Regulatorien geprägt ist und gute, sinnvolle Projekte dadurch oft schwieriger zu finanzieren sind, haben wir uns gefragt, wie privates Kapital und Tourismusbetriebe zusammengebracht werden können”, sagt Gregor Hoch im VN-Gespräch.

Liquidität durch Zimmerkontingente
Das Konzept von “we-are.travel Invest”: Ein Hotel möchte ein Projekt umsetzen – etwa eine Wellness-Erweiterung oder Investitionen in Mitarbeiterunterkünfte oder in nachhaltige Energieversorgung. Nach positiver wirtschaftlicher Prüfung wird das Projekt in den Investmentpool aufgenommen. Das bedeutet, dem Hotel wird ein entsprechendes Nächtigungskontingent abgekauft.
Beispielsweise kauft we-are.travel Invest 1000 Nächtigungen zu einem vereinbarten Preis. Das Hotel erhält dadurch sofort Liquidität für sein Vorhaben. Die erworbenen Nächtigungen werden anschließend in Form von Urlaubsgutscheinen über die Vertriebswege von we-are.travel vermarktet.

Investment ab 500 Euro
Investoren können sich bereits ab 500 Euro an diesem Modell beteiligen. Das Investment erfolgt über eine nachrangige Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Anleger erhalten entweder eine jährliche Rendite von fünf Prozent in bar oder sieben Prozent in Form von Hotelgutscheinen. Diese können nicht nur in den Hotels mit laufenden Investmentprojekten eingelöst werden, sondern im gesamten Portfolio von we-are.travel. “Das umfasst aktuell rund 1000 Hotels”, sagt Hoch. Die Rendite wird laut den Initiatoren dadurch erwirtschaftet, dass die Nächtigungskontingente mit Aufschlag auf der Plattform als Hotelgutscheine weitervermarktet werden.

Risiko ist naturgemäß höher
Bei einer Rendite von fünf Prozent sei das Risiko naturgemäß höher als bei einem Sparbuch, betont Hoch. Anleger investieren in eine nachrangige Anleihe. Das bedeutet, dass im Fall einer Insolvenz ein Verlust des eingesetzten Kapitals grundsätzlich möglich ist. “Allerdings investieren unsere Anleger nicht in ein einzelnes Hotel, sondern in ein breit gestreutes Portfolio. Fällt ein Betrieb aus, betrifft das nicht automatisch das gesamte Investment”, erklärt Hoch.
In den Investmentpool von we-are.travel werden ausschließlich Drei-, Vier- und Fünf-Sterne-Hotels aufgenommen, die verschiedene Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitskriterien erfüllen. Gregor Hoch: “Dazu zählen etwa ein attraktiver Standort, ein etabliertes Angebot, ein erfahrenes Management, positive Bewertungen und ein überzeugender Zukunftsplan.”