“Vorarlberg war noch ein weißer Fleck für uns”

Markt / 02.07.2026 • 18:45 Uhr
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In den Möbelhäusern setzt man auch in Zukunft auf echte “Wohnwelten”, bald auch in Vorarlberg. AFP

Der größte Möbelhändler der Welt ist nun auch in Vorarlberg gelandet. Auch für die Zukunft setzt der Konzern auf eine globale Strategie, die auf den Werten des Gründers fußt.

Dornbirn, Lauterach Ikea ist mit einem jährlichen Umsatz von über 40 Milliarden Euro und weltweiten Standorten in mehr als 50 Ländern der größte Möbelhändler der Welt. In Österreich ist das Möbelhaus die Nummer zwei. Nur in Vorarlberg wollte es über Jahrzehnte trotz Bemühungen des Unternehmens nicht gelingen, den richtigen Standort zu eröffnen: Zum einen fand Ikea nicht den richtigen Standort, zum anderen geriet der Möbelhändler in Lustenau auch parteipolitisch ins Fadenkreuz. Nun aber ist ein Standort gefunden, der alle Ansprüche erfülle, sagt der Country Expansion Manager bei Ikea Austria, Wolfgang Kietreiber-Makari, beim VN-Business Circle.

Projekt Dornbirn läuft

Inzwischen ist das ehemalige Kika-Möbelhaus im Dornbirner Messequartier bereits mit riesigen Ikea-Plakaten beklebt, die Planung in vollem Gange. Der neue Standort wird ein konzernintern sogenannter Ikea Small Store. Wobei “small” eine Untertreibung ist. Der Store wird rund 16.000 Quadratmeter groß sein und auf insgesamt fünf Ebenen organisiert werden.

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Country Expansion Manager bei Ikea Austria, Wolfgang Kietreiber-Makari: “Dass der Markteintritt in Vorarlberg rundum begrüßt wurde, ist ein gutes Vorzeichen.” Fa/Leopold

Das Marktpotenzial und das im Umbau befindliche Möbelhaus passen gut zusammen, sagt der Expansion Manager. Dass der Markteintritt in Vorarlberg rundum begrüßt wurde, sei ein gutes Vorzeichen für die 2027 geplante Eröffnung. Ikea investiert rund 65 Millionen Euro in Dornbirn, rund 170 Arbeitsplätze werden geschaffen. Das bringe ebenso wie bereits bestehende Verbindungen mit Vorarlberger Firmen Wertschöpfung in die Region.

Omni-Channel-Strategie

“Vorarlberg war für uns noch ein weißer Fleck in Österreich”, erklärt Kietreiber-Makari. Ikea betreibt aktuell acht Möbelhäuser in Österreich, dazu kommen sieben Planungsstudios und die gesamte Infrastruktur. Bevor ein neuer Standort entstehe, gilt es im Konzern, einige Hürden zu nehmen. “Das Projekt wird in Österreich intern ausgearbeitet und vor der Realisierung wie jedes andere Projekt weltweit dem zuständigen Gremium in Schweden zur Begutachtung vorgelegt”, erklärt der Expansion Manager, “das ist ein bewährter Prozess”.

Ikea verfolgt eine Omni-Channel-Strategie. Neben den Möbelhäusern in verschiedenen Formaten kann man die Möbel auch online kaufen, es gibt die Möglichkeit “Click & Collect”, also auch die Planung z. B. von Küchen kann online über Teams-Meetings erfolgen. “Nun kommt auch die künstliche Intelligenz dazu”, erklärt er. Diese breite Aufstellung habe sich in den letzten Jahren bewährt und werde ständig weiterentwickelt. Mit Erfolg: “Das zeigt sich auch daran, dass wir trotz der Rückgänge in der Branche bei Ikea keinen Einbruch hatten.”

Kreislaufwirtschaft von A bis Z

Essenziell ist die von Gründer Ingvar Kamprad aufgestellte Maxime, “dass die Produktentwicklung mit der Preisgestaltung” beginnt, erklärt Kietreiber-Makari. Kreislaufwirtschaft werde bei Ikea in der ganzen Lieferkette gelebt. Das könne man auch gut abbilden – vom Anfang bis zum Ende, weil man vom Design bis zum fertigen Möbel alles selbst in der Hand habe. Die Möglichkeit der “Second Life Areas”, gebrauchte Möbel entweder zurückzugeben oder aus der Ausstellung günstig zu erwerben, wird sehr gut angenommen.