Sprachnachricht statt Zettelwirtschaft: Niklas Reis will Handwerker von Büroarbeit entlasten

Jungunternehmer entwickelt KI-Lösung, um Angebote, Rechnungen und Dokumentationen zu automatisieren.
Götzis “Handwerker sollen weniger Zeit mit Büroarbeit verbringen müssen”, sagt Niklas Reis (26). Der Wirtschaftsinformatik-Student und Jungunternehmer hat mit seinem Start-up LändleTech eine KI-gestützte Lösung entwickelt, die genau das ermöglichen soll.

Mit “work7” will Niklas Reis administrative Abläufe im Handwerk so vereinfachen und automatisieren, dass Unternehmer wieder mehr Zeit für ihre Kernaufgaben haben. Im Zentrum steht eine einfache Bedienung über WhatsApp.
Alles via WhatsApp
Handwerker sollen per Sprach- oder Textnachricht Aufgaben auslösen können – etwa Angebote oder Rechnungen erstellen, Arbeitszeiten erfassen oder Baustellendokumentationen anlegen. Auch Fotos oder Dokumente wie Lieferscheine lassen sich direkt ins System hochladen. Darüber hinaus kann work7 Umsätze auswerten und bei offenen Rechnungen automatisiert ein Mahnsystem auslösen – nach Angaben des Unternehmens DSGVO-konform.

“Alle Informationen werden im System erfasst, zugeordnet und gespeichert. So kann vieles an administrativer Arbeit tagsüber nebenbei erledigt werden, ohne dass man sich am Abend noch einmal extra Zeit dafür nehmen muss”, erklärt Reis.

Intuitiv wie ChatGPT
Die Software soll sich in bestehende Programme in den Betrieben integrieren lassen. “work7 ist im Prinzip ein ERP-System, allerdings so einfach aufgebaut, dass es ohne Schulungsaufwand intuitiv genutzt werden kann, ähnlich wie ChatGPT”, sagt der Gründer.

Positives Feedback
Erste Testanwender gebe es bereits, das Feedback sei durchweg positiv. Aktuell sucht Niklas Reis weitere Partnerbetriebe aus dem Handwerk – insbesondere Maler, Spengler, Elektriker und Installateure. “Mir geht es aber nicht um klassische Kunden, sondern um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Die Malerfirma funktioniert anders als der Elektrobetrieb. Jede Branche hat unterschiedliche Anforderungen, die wir gemeinsam im laufenden Betrieb weiterentwickeln wollen. Dadurch entsteht eine Win-win-Situation: Der Unternehmer bekommt ein Produkt, das auf seine Anforderungen zugeschnitten ist, und ich kann es gezielt für den bestmöglichen Bedarf weiterentwickeln und verbessern, so dass keine Insellösungen entstehen.”

Weil Reis vor allem an Feedback und Partnerschaften interessiert ist, wird work7 nicht mithilfe eines Investors finanziert, sondern über ein Crowdfunding-Modell. Partnerbetriebe zahlen 8000 Euro und können “work7” dafür zwei Jahre lang nutzen. In Zukunft soll zudem die Möglichkeit entstehen, sich am Unternehmen zu beteiligen.
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Keine Excel-Listen mehr
Für diesen Betrag, so Reis, bekomme der Handwerker eine deutliche Entlastung. “Viele verwenden noch Excel-Listen oder Word-Vorlagen. Das braucht man mit meiner Lösung alles nicht mehr.” Denn das Ziel des Jungunternehmers ist klar definiert: “Der Unternehmer soll sein Geld auf der Baustelle verdienen.”